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Fahrbuch

 

 

 

 

 

 

Freitag, 23. Januar 2015

 

 

 

Der Olivenbaum, welcher über den Winter im Wohnzimmer steht und zu Weihnachten mit Kugeln geschmückt war, blüht. Üppige Dolden, winzige weiße Sterne, ein Meer aus gelbem Blütenstaub. Die kleinen alten silberhellen Weihnachtskugeln waren davon dick wie mit buttergelbem Puderzucker bestäubt. Er duftet. Wie? Grün.

 

 

 

Dienstag, 6. Januar 2015

 

 

 

Dreikönigstag

 

 

 

Der alte Bilderrahmen aus Italien wird vorsichtig wieder hergerichtet. Ich habe ihn bei einem Trödler in den Bergen im Norden entdeckt. Er hat eine goldene Einfassung, welche zwar schon recht brüchig und marode, dafür aber wunderschön ist. Hie und da fehlt auch schon mal ein Stück der Schnitzerei. Was er wohl schon alles gesehen hat? Man darf ihn nur mit roten Samthandschuhen anfassen.
Der goldene Rahmen ist für die Zeichnung mit chinesischer Tusche gerade recht! Ich habe sie extra für ihn gemalt.

 

 

 

Tröstung

 

 

 

Und die Heiligen drei Könige waren auch zu Besuch. Das hat mich sehr gefreut. Die Heiligen drei Könige waren alle Mädchen.

 

 

 

Sonntag, 16. November 2014

 

 

 

ein ort,
an dem sich
viele schwäne
sammeln ist
aufmerksamkeit

 

 

 

Sonntag, 24. Oktober 2014

 

 

 

Schönes Padua

 

Die wunderbare astrologische Sternenuhr bringt die Menschen zum Staunen

 

 

Die Stadt im warmen Herbstlicht. Es ist Markt. Ganz Padua scheint bei Tage und bei Nacht auf dem großen Platz mitten in der Stadt versammelt, über dem der geflügelte Löwe Venedigs uns mit seiner ganzen Majestät und grimmigen Würde ein aufgeschlagenes Buch, das Markus-Evangelium, entgegenhält.

 

 

20141026-12

 

 

Orientalisches Flair. Wie in Tausendundeiner Nacht. Für einen Besuch der Cappella degli Scrovegni mit den berühmten Fresken von Giotto die Bondone war leider die Zeit wegen des großen Andranges zu knapp.
Doch die Stadt bietet noch andere, weniger bekannte Schätze zu bestaunen, zum Beispiel das Baptisterium, die Taufkapelle des Doms von Padua. Bei mir weckte der Dom selbst allerdings trotz vielversprechendem Äußeren keine größeren Gefühle. Vielleicht, weil wir eben zuvor die kleine Taufkapelle besucht haben. Die Atmosphäre im Dom emfpand ich erstaunlicherweise eher enttäuschend und ich war froh bald wieder im Freien zu sein.
Die romanische Taufkapelle rührte dafür allerdings umso mehr!
Das Kleinod stammt aus dem 12. Jahrhundert und ihr Innenraum wurde im 14. Jahrundert von Giusto de Menbouoi ganz und gar
mit eher naiv wirkenden, farbenprächtigen Fresken ausgeschmückt, als wäre sie ein einziges Bilderbuch.
Fast fremdländisch-byzantinisch schmiegt sie sich am Rand des weiten hellen Platzes voller Menschengewusel, alt und jung und arm und reich, Geplapper, Geschrei, leisen Unterhaltungen, Boungiorno und schnellem Trippelditrapp, Sonntagsstaat, Morgencapuccino und manchem noch verschlafenen Blinzeln hinter schicken dunkeln Sonnenbrillen an dem Dom.
Und die schrägstehende Herbstmorgensonne hat drinnen schwebende rosafarbende und hellgrüne Lichter kunstvoll auf ihre bunten Wände gemalt!
Besnders fasziniert haben mich die Darstellungen zur Offenbarung des Johannes im Altarbereich.
Wir waren die ersten Besucher und bis auf dem Küster, der später die große Taufkerze entzündet hat, alleine. Wir erfuhren auch, warum er dies tat, denn als wir durch die Pforte wieder auf den sonnendurchfluteten Platz getreten waren wartete dort bereits eine kleine Taufgesellschaft - das blutjunge modische Paar mit einem entzückenden liebenswerten Säugling wie Mehl und Pfirsich in weißem Tüll und in Decken gehüllt im Arm - einzutreten.
Das nächste Mal steht unbedingt noch ein Besuch der Basilika des Heiligen Antonius an! Der Heilige, welcher einem hilft alles Verlorengegange oder Vergessene - sei es materiell oder geistig - wiederzufinden, liegt darin begraben. Mit Garantie. Ich habe ihn ja schon einmal angerufen. Auch seine Heilige Zunge, sie soll wundertätig sein.
Auf einem anderen Platz war Sonntagsmarkt. Ich kaufte Grisiniringe, selbstgemachte Tomatensoße, selbstgemachte Nudlen. Lustige köstliche Pasta, die aussah wie kleine adrige Schälchen oder Öhrchen und beim Kochen dick und duftend aufquellen.

 

 

Der Engel weint:

Das Taufbecken ist geöffnet.

 

 

 

Von außen nach innnen, von innen nach außen. Was ist außen? Was ist innen?

 

 

 

Montag, 13. Oktober 2014

 

 

Am Fuße einer kleinen Treppe liegt sie zusammengerollt, wie ein Kind.
Schlafend?
Auf der Erde.

 

 

 

Freitag, 10. Oktober 2014

 

 

 

 

Das beste Zimmer... und Flügel hat es auch

 

 

 

Ein kleiner Vogel bewacht die Heilige Kunigunde auf dem Alten Berg.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Lilie ist ein Symbol der Heiligen Sophia, der Weisheit.

 

 

In ihrer rechten Hand hält sie einen Ring, in ihrer linken eine Lilie.
Die archische Fiugr der Heiligen Kunigunde soll bunt bemalt gewesen sein.
In ihren Augen grüner Glasfluß.
Der kleine Vogel war stets bei ihr.

 

 

 

Spontanter Ausflug am Feiertag. Heute stand die kleine Kirche offen. Beeindruckend auch die Reste der uralten Wandbemalung in der Apsis. Unter der Apsis befindet sich noch eine Krypta mit einem uralten Brunnen, über dem ein großes schlichtes Holzkreuz steht.
Auf dem Stein unter dem Kreuz liegt eine weiße Feder.

 

 

Müde. Distel singt ein Lied. Gras duftet. Purpur.

 

 

 

 

 

 

Sonntag, 21. September 2014

 

 

 

Pfiffer suchen und das Herz des Waldes

Pilze finden, so ist es eigentlich richtig! Wir kriechen in gebückter Haltung mit krummen Rücken durch Dickicht und Unterholz, ein kleines Wäldchen aus jungen, dürren Tannenbäumchen inmitten des Waldes, das mit seinen zarten, vertrockneten Ärmchen aufdringlich nach unseren Jacken und nach unseren Haaren greift.
Am besten funktioniert es, wenn man sich einfach treiben läßt, selbstvergessen locken und verlocken läßt, langsam geht, ohne Plan und ohne darüber nachzudenken, wohin. Als ginge man ohne Sinn und Ziel. Von einem Blatt. Einem Ast. Einer Pflanze. Von einer Wurzel. Einem Platz. Einem Lichtstrahl, der plötzlich durch die Wipfel kreisrund auf eine Stelle des Waldbodens fällt, Moos und Heidelbeersträucher hellgrün aufflammen läßt und einen heiligen Kraftort inmitten des Dunkels hoher Baumriesen markiert.

Pilze in allen nur vorstellbaren Farben und Formen sind in den letzten Wochen lautlos aus dem weichen Waldboden gesprossen. Regelrechte Städte für ein Zwergenvolk auf moosbewachsenen Baumstümpfen. Korallenschwammartige Gebilde zu Füßen von gewaltigen Bäumen. Tiefschwarze Trompeten feucht und glänzend inmitten einer Laubwiese. Pergamentene Kugeln bis zum Rand gefüllt mit grauschwarzem Puder. Schon vermoderte Riesen, die gewaltigen Schirme zusammengefallen gleich ockerfarbener, faulig weicher Segel. Manche von mehligem Schleier überzogen. Tiefbraune Deckel. Scharlachrote Fächerkappen in halbkreisförmigen Bögen, welche man eigentlich auch gar nicht unbedingt essen will. Und weiße, gefährliche Schönheiten, meist solidär.

Doch wir sind auf der Suche nach den begehrten, raren und so schmackhaften Steinpilzen! Zarte Steinpilzscheiben nur in Butter gedünstet. Schon beim Suchen läuft mir das Wassr im Mund zusammen. Bereits gestern habe ich ein gewaltiges Exemplar gefunden und stolz nach Hause getragen. Mindestens ein Kilo schwer. Wahrscheinlich der größte Steinpilz meines Lebens! Ich habe ihn sogar fotografiert. Ich beschloß ihn in Scheiben schneiden und im Heizungsraum zu trocknen, für viele leckere Gerichte im Winter. Doch obwohl der Stiel beim Abschneiden im Wald vollkommen heil und rein und weiß wie frischer Schnee schien lugten daheim nach dem ersten Schnitt mit dem großen Küchenmesser quer durch den riesenhaften Pilz zu meinem Entsetzen eine Menge kleiner schwarzpunktiger Wurmgesichter erschrocken aus dem mit unzähligen Gängen bereits gänzlich durchlöcherten Schirm! Oje. So wanderte das Prachtexemplar leider und zu meinem großen Bedauern auf den Kompost. Zur Erde zurück.

Es beginnt zu regnen, Tropfen trommeln sanft auf das Blätterdach hoch über uns. Es ist warm und feucht. Ein großer Vogel in unserer Nähe ruft kreischend unermüdlich in die Stille. Fast wehmütig.
Es ist wirklich still. Manchmal das plötzliche Aufschlagen eines herabfallendes Astes oder einer herabfallenden Eichel. Wir selbst, unsere Geräusche beim Gehen, das Knacken des Unterholzes, und unser zwangloses Zurufen, das sind die einzigen Laute. Denn ein jeder Fund wird mit einem Freudenruf quittiert und allmählich füllt sich unser Korb mit einigen schönen, jungen Exemplaren.
Ich beginne zu atmen. Der Atem, welcher uns stets so selbstverständlich scheint, ist es hier im Wald auf einmal nicht mehr. Er ist nun mehr. Er ist kostbarer geworden.
Ein Baumstumpf, gesplittert, geborsten, fesselt unsere Aufmerksamkeit. Verworrene Kunstwerke aus Ästen auf einem glitzernden grünen Teppich. Wege, plötzlich von jungen noch grün sprießenden Buchenstämmchen plaudernd zugewuchert, welche trotz ihrer Zartheit ein Durchkommen standhaft verwehren. Ein Brombeerrankenfeld, mindestens fünfzig auf fünfzig Meter. Eine wunderschöne Eiche, uralt.

“Horch einmal!”, winkte er mir auf einmal. “Komme schnell”. Da hörte ich es schon, während ich über die Kreuzung zweier Waldwege näherkam. Das eigenartige hölzerne Klopfen. Einmal mehr oder weniger rhythmisch. Ein Klopfen aus dem Stamm eines Baumes!
Ich lehnte mich an dem Stamm einer großen Kiefer am Rande der Kreuzung, deren Wipfel von dort unten, wo ich stand, nicht zu sehen war, denn sie überragte die umstehenden Bäume, und drückte mein rechts Ohr fest an ihre rauhe und rissige Rinde. Jetzt war es noch deutlicher zu hören, das laute, dumpfe Klopfen, welches eindeutig aus ihrem Inneren kam. Ich stand stocksteif.
Da sitzt jemand in ihrem Wurzelwerk, ein Stockwerk tiefer, und gibt Zeichen, vermutete ich zu meiner eigenen Überraschung felsenfest, auch wenn es ja eigentlich unmöglich war. Ein kleines Tier? Und was könnte das für ein Tier sein? Ein Fuchs? Ein Füchslein hat seine Höhle darin. Ein Eichörnchen.
Oder war vielleicht ein kleines Wesen aus dem Märchenland in ihrem Stamm gesperrt? Vielleicht müssen wir, haben wir die Aufgabe und die Pflicht, es nun zu befreien? Doch wie sollen wir das nur bewerkstelligen? So einfach geht das ja nicht! Und wenn es mitten im Holz fest steckt? Von Holz umgeben ist?
Ein Zwergenkind? Ein Gnom?
Womöglich erlaubt sich jemand einen Scherz.
Bestimmt war das so! Jemand erlaubt sich gerade einen Scherz mit uns. Hier und Jetzt.

Doch die Kiefer war nicht hohl. Es war überhaupt nichts Besonderes an ihr, außer vielleicht, daß sie kerzengerade und makellos in den Himmel gewachsen und noch dazu sehr schön war. Das Klopfen klang aus den hölzernen Tiefen ihres mächtigen Stammes wie bei einem Instrument. Aus ihrem Inneren.
Aus ihrem Herzen, sagte er mir.
Aus ihrem Selbst.
War das ihr Geheimnis?
Ich lauschte und lauschte, während ich weiter, mit dem Ohr an die Rinde gepreßt, unbeweglich fasziniert verharrte.
Plötzlich schienen mir alle Bäume, meine ganze Umgebung, noch lebendiger, von Leben erfüllter, als zuvor schon.
Was war das für ein Zeichen?
Was, wenn alle Bäume so ein Leben in sich haben? Und wir hören, wir bemerken und beachten es nur mit unseren dumpfen Sinnen nicht.
Der Herzschlag des Waldes.
Nach einer Weile hörte das Klopfen auf und Stille breitete sich wieder aus. Wir machten uns an den Heimweg. Der Regen wurde stärker.
Es ist wunderschön auf den Heimweg vom Regen durchnäßt zu werden.

 

Der Wald

 

 

 

Dienstag, 9. September 2014

 

 

 

Schöne Himmelsfrau

 

 

Donnerstag, 28. August 2014

 

 

 

Dieses kleine entzückende Wesen ist heute vormittag gegen neun Uhr fortgeflogen.
In einen strahlenden Spätsommermorgen. Günstiger hätte der Zeitpunkt nicht sein können!
Nach dem nebeligen Morgen versprach es warm und mild zu werden aber vor allem kreisten einige unserer Schwalben gerade über dem Hof und waren nicht irgendwo weiter weg jagen, wie um diese Jahreszeit oft üblich.
Als die kleine Schwalbe die anderen sah und hörte gab es kein Halten mehr! Sie hob von der Schulter meiner Mutter ab, nach ihnen rufend, steuerte nur wenige Meter über dem Hof in Richtung der drei Robinen, gewann aber erst kaum an Höhe. Mit aller Kraft schlug sie die Flügel, man spürte förmlich ihre Anstrengung, ihr Wollen und ihr tiefstes Sehnen. Uns stockte das Herz in der Brust. Schafft sie es?
Ich will fliegen! Ich will zu euch!
Doch plötzlich, wie im letzten Augenblick, hatte sie den Bogen raus und stieg auf, schraubte sich in den sonnenblauen Morgenhimmel, bis sie nur noch ein winzigkleiner, schwarzer Punkt in diesem unvorstellbaren Blau war, inmitten der anderen kleinen, schwarzen, schnell hin und her sausenden Schwalbenpunkte.
Wir waren tief gerührt.
Meine Mutter hatte sie vor etwa zwei Wochen halb erforen und naß aus einem der vielen Nester an unserem Haus gefallen im Hof gefunden und eine Weile sah es gar nicht gut aus um sie, denn sie ist nach einigen Tagen sehr krank geworden.
Ihr sonniges Gemüt wird uns fehlen. Sie zwitscherte oft zärtlich mit uns, führte aber auch viele schwalbige Selbstgespräche.

Am Morgen im Büro: Wenige Minuten vor dem ersten großen Flug ohne Wiederkehr, ein seliges Nickerchen an ihrem absoluten Lieblingsplatz, dem wohligwarmen Nacken meiner Mutter, welchen sie auch gegen meinen riesigen federlosen Finger furchtlos zu verteidigen wußte. Meine Mutter arbeitete währenddessen ungeührt weiter. Die kleine Schwalbe ließ sich auch nicht von eingehenden Telefongesprächen stören.
Überhaupt zeigte sie nicht die geringste Angst gegenüber uns Riesen und forderte stets mit Esprit und unwiederstehlichem Charme ihr Recht, nämlich möglichst viel Essen und Trinken und Gespräche.
Wir fütterten zuerst eine Spezialfuttermischung für junge, insektenfressende Vögel, später Heimchen.
Vorsichtig am Kopf gekrault zu werden, das liebte sie über alles. Trotzdem versuchten wir sie natürlich auch nicht zu sehr zu verwöhnen!

 

 

 

Hier fliegt sie nun. Zwei große Wolkenvögel und ihre Brüder und Schwestern begleiten sie. In unseren Träumen wirst du wiederkehren.

 

 

 

Montag, 28. Juli 2014

 

 

 

Heimfahrt

 

 

Die weißen Felsen von Dover. Das Meer heute rauh.
Und immer wieder: diese Sehnsucht, die mich bei seinem Anblick überfällt.

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Schließlich habe ich es nicht mehr ausgehalten und gegen Abend von unterwegs aus meine Mutter angerufen.
„Wie geht es der kleinen Schwalbe?“
„Sie ist heute um halb zwölf Uhr aus der offen stehenden Bürotüre fortgeflogen!“, lautete die Antwort.
Was für ein Geschenk, auch wenn ich gerne dabei gewesen wäre. Es ist schmerzlich, und doch wunderschön. Meine Mutter hat sie während der drei Tage meiner Abwesenheit versorgt.

 

Kleine Schwalbe, lebe wohl!

 

 

 

Sonntag, 27. Juli 2014

 

 

 

Oxford ist eine Reise wert – diese Ansicht teilen viele

Blick aus und auf altehrwürdiges Gemäuer: die Bibliothek

Die Sammlungen der Bodleian-Bibliothek der Universität von Oxford umfaßen auch zahlreiche wertvolle alte faszinierende Illustrationen, zum Beispiel zu “Die Konferenz der Vögel” des persischen Mystikers Farīd al-Dīn ʿAṭṭār, eines der bedeutendensten Werke der persischen Literatur, oder auch zu der berühmten Liebesgeschichte “Yusuf und Zulaykha” des großen persischen Dichters Jami.

 

 

 

Love and Devotion

 

 

 

Tanzende Himmelsfrau auf einer Wolke

 

 

Ständig denke ich an meine kleine Schwalbe.
An ihr sonniges Wesen.
Wie es ihr wohl ergeht?
Ob sie schon fortgeflogen ist?

 

 

Im Pub zur Bischofsmütze erlaubt mir ein freundlicher Herr die Tätowierung auf seinem linken Arm zu knipsen. Es ist eine kleine Schwalbe. Ich bin begeistert.
Überhaupt bin ich begeistert. Oxford ist wunderbar! Gern würde ich länger bleiben.
Die vielen bunten Eindrücken machen hungrig. Ich erhole mich bei Wasser und einem frischen Krabbensalat.

 

 

 

„Hier überragen die Bäume noch die Häuser.“

 

 

 

Erste Gratulantin. Die kleine Schar der Gäste Gäste international, aus sieben Nationen.

 

 

 

Sonne und Wasser. Temperaturen wie im Süden. Abendstimmung an der Themse.

 

 

 

Samstag, 26. Juli 2014

 

 

 

Wir fahren zu einer Hochzeit nach Oxford. Ganz altmodisch, erst einmal über den Ärmelkanal.

 

 

 

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Der Name unseres Schiffes ist, ganz passend, Canterbury Bride.

 

 

 

Mittwoch, 23. Juli 2014

 

 

 

Ein Leberfleck ist soooo interessant! Er könnte ja was Eßbares sein!

 

 

 

Augen wie leuchtend tiefschwarze Kohlestücke, über denen warmer Glanz liegt.
Ihr schwarzer Rückenfrack schimmert im Sonnenlicht saphirblau.

 

 

 

Der Name des Schiffes heute: Scenic Pearl

 

 

 

Sonntag, 20. Juli 2014

 

 

 

Ausstellung meiner Bilder
aus dem Zyklus

Das Öffnen der Augen

 

 

 

Bilder einer Ausstellung

 

 

 

 

 

Heute jährte sich das Hitler-Attentat von Claus Graf Schenk von Stauffenberg
zum 70. mal.

 

 

 

Die Ausstellung

 

 

 

Frau

 

 

 

Samstag, 19. Juli 2014

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dies ist ein kleiner Teil der Präsentation.

 

Die Plastiken sind von Willi Grimm und Prof. Robert Sturm. Bilder, Collagen und Feuervögel sind von mir. Die Ausstellung war ein großer Erfolg. Herzlicher Dank an die Galerie Pfarr und an alle Freunde und Besucher!

 

 

 

Donnerstag, 16. Juli 2014

 

 

 

Der Name des Schiffes heute: T’ai Shang

 

 

 

Mittwoch, 15. Juli 2014

 

 

 

daheim;

und
bleib doch
Kornblume

 

 

 

Dienstag, 14. Juli 2014

 

 

 

Die kleine Schwalbe singt mich jeden Abend in den Schlaf.

 

 

 

Freitag, 11. Juli 2014

 

 

 

Heute, am frühen morgen habe ich ein Schwalbenküken gefunden. Es hockte zitternd aufgeplustet hinter der grünen Gießkanne, die ich gerade hochgehoben hatte, um die Geranien und den Oleander zu gießen. Ihr Geschwister lag tot neben dem Agapantus.
Beide sind in der Nacht wohl aus eines der Nester hoch darüber gefallen.
“Oje”, sagte ich seufzend, “dich kann ich ja jetzt gerade recht gebrauchen.”
Denn eigentlich war der Plan am Nachmittag nach der Arbeit in der Werkstatt und im Büro Bilder für meine Ausstellung zu hängen, welche am darauffolgenden Wochenende stattfinden würde.
Ich hob die kleine Schwalbe auf und sie kuschelte sich dankbar in meine warme Hand.
Später setzte ich sie in ein altes weiches braunes Handtuch, das ich auf meinem Schreibtisch gelegt und wie ein Nisthöhle geformt hatte. Das gefiel ihr sichtlich und nach wenigen Minuten begann sie bereits zu zwitschern, als wäre nichts geschehen.
Futter hatte ich ja noch. Denn im vorigen Winter hatte ich ein Spezialaufzuchtsfutter für insektenfressende Vögel besorgt, das mit etwas Wasser angerührt wird.
Aber das Wichtigste: junge Schwalben brauchen Nähe und Wärme.

 

 

 

Sonntag, 6. Juli 2014

 

 

 

Imona, so lautet ihr Name. Er bedeutet: Dank ihrer Perle.

 

 

 

Donnerstag, 3. Juli 2014

 

 

 

Ich sah einen kleinen Vogel, er pflückte mit seinem Schnabel eine gelbe Blüte am Wegrand und flog damit fort.

 

 

 

Samstag, 28. Juni 2014

 

 

 

Überraschung am Bach:

 

 

 

Wunder im Garten und Überall

 

 

 

Eine große goldbraune Bachmuschel, vielleicht gerade bei der Fortpflanzung

 

 

 

Licht über Licht

 

 

 

 

 

 

Freitag, 28. Juni 2014

 

 

 

Neumond. Am Abend beim Zubettgehen tanzt ein Glühwürmchen im dunkelblauen Zimmer.
Endlich Regen.

 

 

 

Sonntag, 22. Juni 2014

 

 

 

Beim Zeichnen der wunderschönen, uralten Schwarz-Pappel

 

 

 

 

 

 

Plötzlich flog etwas vom Baum herab und landete mit einem Peng mitten auf dem Zeichenpapier genau bei der sich schnell bewegenden Tuschefeder, welche gerade mehrere explodierende Blattsterne produzierte, und von dort im hohen Bogen im Gras neben mir.
Hoch oben lachte eine Krähe.

 

 

 

Manche Fotos von: d.w.r.

 

 

 

Mittwoch, 11. Juni 2014

 

 

 

Auf einmal schießt Wasser aus einem Felsen hervor, wie aus einer Quelle

 

 

 

Montag, 9. Juni 2014

 

 

 

Wohin gehört dieses Tor?

 

 

 

 

 

 

und:

la mer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Name des Schiffes heute: Vath

 

 

 

Dienstag, 21. Mai 2014

 

 

 

Der Name des Schiffes heute: Scenic Jade

 

 

 

Dienstag, 12. Mai 2014

 

 

 

Im Traum umrundete ich eine Festung gegen den Uhrzeigersinn, den letzten der steineren, massigen Türme, welche diese wie einen Stern begrenzen. Jetzt erschien eine Brücke, das Eingangstor. Rechts und links über dem Tor begrüßten zwei riesige asiatische Drachen aus purem Gold den Eintretenden, welche sich ein wenig seltsam an der Festung ausmachten. Sie wuchsen leuchtend überlebensgroß jeweils waagrecht aus dem Mauerwerk oberhalb des Tores hervor, einem mit aufgerissenen Maul entgegen.
Mir war auch, als wären bei ihrem Anblick gleichzeitig Fanfaren und Hörner erschallt. Aber das habe ich mir wahrscheinlich nur eingebildet.

 

 

 

Mittwoch, 7. Mai 2014

 

 

 

Der Name des Schiffes heute: Morgenstern

 

 

 

Mit den Namen der Schiffe hat es Folgendes auf sich: Bei den täglichen geschäftlichen Besorgungsfahrten in die Stadt, Fahrten zu Kunden zur Pannenhilfe, zur Prüfstelle und so weiter kommt es vor, daß ich auch an einem Fluß vorbeikomme oder ihn überquere, nämlich je nachdem meistens der Rhein-Main-Donau-Kanal, der Main oder die Regnitz.
Und jedes Mal, wenn ich dabei gerade zufällig ein Schiff sehe, freue ich mich und gucke neugierig und gespannt nach seinem Namen und schreibe ihn auf.

 

 

 

Mittwoch, 30. April 2014

 

 

 

Er hat mir seinen Traum von der vergangenen Nacht erzählt:
“ ...mit Diamanten in ihren dunklen Haaren herrscht die Könign der Nacht, der schneebedeckte Gipfel des Gurla Mandatta, über den heiligen See.”

 

 

 

Freitag, 24. April 2014

 

 

 

Endlich wieder ein Regenbogen. Wenigstens ein Stück, ein kleiner Teil eines großen Bogens, der aber im Ganzen leider unsichtbar blieb. Über der schwefelgelben Raps-Landschaft schwebend, vor dem feuchten, rauchblauen Himmel. Aufatmen nach dem Regenguß. Ich war glücklich. Raffael hat sich die Karte “Im Herzen” ausgesucht. Schönes Abendessen mit der Freundin im Garten des Restaurants nach einer arbeitsreichen Woche, wir setzten uns nebeneinander. Genossen den Duft von Parmesan und Olivenöl. Ein kleines Mädchen sauste zwischen der langen Reihe hübsch angeordneter Tische unter der Allee von alten Bäumen und den Beinen der beflissenen Kellnerinnen und Kellner auf und ab und um unseren Tisch herum, welche virtuos auswichen, keine Mine verzogen und den Kindern auch mal lächelnd über den Kopf strichen. Ganz in rosa war sie gekleidet, mit rosa Haarreif, Glitzerfedern schaukelten daran. In ihrer rechten Hand schwenkte sie eine ebenfalls rosafarbene Fliegenpatsche in der Form eines Schmetterlings und rief lustig in einem fort, dicht gefolgt von einem vor Freude kichernden und keuchenden kleinen Jungen, der vielleicht ihr jüngerer Bruder war: “Ich schlage alle Fliegen tot! Ich schlage alle Fliegen tot!”

 

 

 

Dienstag, 22. April 2014

 

 

 

Heute ist das erste Schwalbenpärchen bei uns eingetroffen. Am Vormittag, gegen halb elf. Freudig zwitschernd kreisten sie über dem Hof und vor ihrem Nest.
“Die Schwalben sind da,” rief ich meinem Vater zu.
Er wiederholte freudig erregt, wie ein kleiner Junge: “Die Schwalben sind da!”

 

 

 

Ostermontag, 21. April 2014

 

 

 

Heute sah ich die erste Schwalbe über uns hinwegfliegen.

 

 

Die Erfahrung der Welt

Wir fuhren über einen Schleichweg durch einen Nachbarort und während wir langsam an einem alten fränkischen Häuschen vorbeikamen, winkte plötzlich der Mann davor, ein Bekannter, und bedeutete uns gestikulierend zu halten. Ich stieg aus und eilte auf ihn zu. Waren Sie schon einmal bei uns? Ich solle unbedingt hereinkommen. Er müsse mir etwas zeigen. Er hätte etwas für meinen Vater, sagte er. Er winkte mich in sein kleines Häuschen, über die Schwelle, durch die niedrige Türe ins gemütliche Innere. Er roch ein bißchen nach Wein. Nach einem Sonntagsnachmittagsschlückchen auf der Bank im sonnendurchfluteten Garten. Er hielt mir ein Buch vor die Nase, welches er gerade las. Dieses Buch solle mein Vater unbedingt lesen. Es war “Die Erfahrung der Welt” von Nicolas Bouvier. “Dieses Buch müssen Sie Ihrem Vater unbedingt zum Lesen geben”, wiederholte er eindringlich, während ich interessiert den Einband betrachtete. Ich nickte und versicherte ihm, meinem Vater das Buch baldmöglichst zu besorgen. Sicherlich ist das Buch auch eine schöne Lektüre für mich, dachte ich fasziniert. Das Gespräch war zuende, ich verabschiedete mich rasch, ging durch den kleinen Hof, drehte mich noch einmal um und winkte, plumpste auf den roten Kunstledersitz des kleinen roten Fiats und wir fuhren brausend davon.
Das Buch ist das poetisches Reistagebuch von Nicolas Bouvier, der in jugendlichen Jahren zusammen mit dem Maler Thierry Vernet 1953 und 1954 eine Reise in einem Fiat Topolino von Genf über Jugoslawien, Türkei, Persien und Pakistan bis nach Afghanistan unternahm.
Ich gehorchte brav und besorgte ein Exemplar für meinen Vater. Und auch eines für mich.

 

Ausflug nach Tibet

Nachtrag: In der Mitte des Buches befinden sich einige wunderschöne lyrische Schwarzweißfotografien von der Reise, unter anderen auch eine von dem kleinen Reisegefährt italienischer Abstammung. Berührende Momentaufnahmen.

Bis jetzt habe ich es nur zum Lesen des Konstantinopel-Aufenthalts geschafft, da mir ein anderes Buch dazwischenkam. Genauer gesagt sind es zwei andere Bücher, einmal das Buch “Den Dämonen Nahrung geben - Buddhistische Techniken zur Konfliktlösung” von Tsültrim Allione und das Buch “Heilige und Hexer - Glaube und Aberglaube im Lande des Lamaismus” von Alexandra David-Néel, auf das ich am letzten Samstag durch einen kuriosen Zufall und in Zusammenhang mit einem ungeplanten Besuches des schönen Antiquariats gleich neben dem Alten Rathaus in der vorletzten der in die unendliche Tiefe des alten Hauses führenden mit alten Büchern bis an die Decke angefüllten Kammern gestoßen bin und das, trotz des etwas reißerischen und abenteuerlichen Titels, einen erstaunlich authentischen Reisebericht dieser mutigen und faszinierenden Frau bietet, welche bereits Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts Tibet - das verbotene Land - auf eigene Faust bereist hat. Nicht zuletzt deshalb, weil, wie ich empfinde, hinter der detaillierten Berichterstattung der mehr oder weniger religiösen tibetsichen Gebräuche, über Geheimnisse, seltsame Begebenheiten, Wunder, sämtliche Arten und auch Abarten des Mystizismus und der phantastischen ja geradezu unerhörten Reiseabenteuer der Autorin fast unbemerkt ein blauer Funke Sehnsucht nach diesem Unbenennbaren und eine große Liebe zu dem Schnee-Land und seiner Menschen durchscheint.
Dies spürte ich vor allem in einem der Kapitel im ersten Drittel des Buches, in welchem sie ihre persönliche Intention und ihr tiefes inneres Wollen erkennen und durchscheinen läßt. Das Ende des Buches dagegen wirkt abrupt und fast unbefriedigend. Es ist eine eher äußerliche, von manchen Andeutungen, Tipps und Ratschlägen durchbrochene Beschreibung der für den “modernen und aufgeklärten” Europäer eigentlich kaum zu glaubenden Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten des menschlichen Geistes, so daß diese Fülle von Wundergeschichten einem beim Lesen ganz schwindelig und aufgeregt macht. Zumindest mich.
Das ist keine Kritik.
Manchmal schreibt sie ganz trocken und wenn man es nicht besser wüßte würde man beim Lesen öfter vermuten ein männlicher Abenteurer hätte das alles geschrieben, weshalb sich auch eine gewisse Komik bei der bildlichen Vorstellung mancher Begebenheiten nicht vermeiden läßt.
Aber ihr ist es dabei ganz ernst.

In der tibetischen Kulur hat ja spirituelle Übung, das Spirituelle und Geistige schlechthin von alters her eine hohe und ganz andere Wertigkeit als bei uns. - (Wobei es auch dort zu Fehlentwicklungen kam, zum Beispiel was die Rolle der Frau betraf.)

Ich hörte einen Lama sagen, beim Beschreiten des “direkten Pfades” sei die Anleitung zum “Umgraben” das Wichtigste. Schreibt die Autorin zum Beispiel auf Seite 219.
Und weiter: Glauben und Ansichten, erworbene Gewohnheiten und angeborene Anlagen, alles müsse der Schüler über Bord werfen.
Von dem “direkten Pfad” ist bei ihr öfter die Rede. Und von Padmasambhava.
Sie muß auf ihren Reisen durch Tibet sehr glücklich gewesen sein.

 

Auf jeden Fall habe ich es in den Nächten verschlungen, währenddessen ich mir wünschte auch so wagemutig wie sie zu sein und von einer auf der Erde sitzenden alten tibetischen Frau in einem sonnengelben Gewand geträumt, welche mir einladend freundlich zulächelte.

Dieser Samstagnachmittag war nicht nur wegen des Buchfundes außergewöhnlich, sondern vor allem auch wegen diesem besonderen Gefühl, oder besser dieser lange vergessenen Lebenslust, welche mich irgendwann am Nachmittag leise überkam, es war ein stilles Jauchzen im Inneren, es war auf einmal wieder so, als wäre ich Anfang zwanzig und vor allem ganz frei, die Welt war voller Abenteuer, voller Zu-Fälle und Überraschungen, voller Kunst, voller faszinierender und interessanter Menschen und vor allem voller Wunder.

Jetzt noch einige Worte zu dem Buch “Den Dämonen Nahrung geben”, welches vielleicht das wichtigste von den Dreien ist. Es ist sehr weise. Sehr fundiert. Sehr klug.
Was verbirgt sich hinter den ominösen Titel?
Die Autorin beschreibt darin eine ursprünglich aus Tibet von einer tibetischen Yogini aus dem 11. Jahrhundert stammende sehr alte Meditationstechnik zur Konfliktlösung.
Tsültrim Allione hat diese Technik auf Grund ihrer tiefen fundierten Kenntnise und Erfahrungen mit dem tibetischen Buddhismus für unsere westlichen Bedürfnisse und für unsere heutige Zeit weiterentwickelt. Die Anwendung dieser Meditationpraxis kann helfen all das, was uns hindert wirklich frei zu sein - als da sind zum Beispiel negative Gefühle, Süchte, Sorgen, Angst, Depression und so weiter, seine eigenen “Schatten” - zu erkennen und aufzulösen.
Im Rahmen einer tiefen Entspannung erspürt oder findet, visualisert und personalisiert man den “Dämon”. Schließlich wechselt man die Positionen und nimmt wie ein Schauspieler dessen Rolle ein und versetzt sich in ihn. Dadurch ist es auf einmal möglich der Schreckgestalt mit tiefem Verständnis zu begegnen. Man findet heraus, was diese “will” und dann letztendlich wirklich benötigt, also “braucht”, um wieder heil, um “satt” zu werden.
Der Unterschied zwischen “Wollen” und “Brauchen” ist dabei sehr wichtig.
Und diese Bedürfnisse sind zur Überraschung ganz menschlich! Die so personifizierte Angst oder die personifzierte Wut wird schließlich in der Meditation regelrecht bildlich genährt und “gefüttert”. Mit dem Nektar der Zuwendung und der Liebe.
Die inneren Schreckgestalten fallen in sich zusammen und werden verwandelt. Lösen sich auf.
Nach meinem Verständnis ist es sicherlich hilfreich und empfehlenswert, sich vor der Durchführung der Meditation damit gründlich auseinanderzusetzen und zu Beginn eventuell sogar auch erfahrenere Anleitung in Anspruch zu nehmen.
Doch es ist auch so, jedermann kann damit arbeiten. Man muß nicht geübt sein.

 

 

 

Riesiges Schlangenwesen

 

 

 

Ein weiteres für mich sehr empfehlenswertes Buch der selben Autorin ist Tibets weise Frauen - Zeugnisse weiblichen Erwachens. Das lese ich gerade. Es ist eine Goldgrube.

 

 

 

Sonntag, 6. April 2014

 

 

 

Im Land von Don Camillo und Peppone

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir hören interessiert zu, während Helga sich mit unseren netten Bekanntschaften, welche damals als Statisten mitgekwirkt haben, gestikulierend unterhält und dabei amüsante Geschichten erfährt.

 

 

 

Unter der berühmten Glocke. Sie ist aus “zenterschwerem” Kunststoff!

 

 

 

 

 

 

Fiume Po

 

Nur wenige hundert Meter entfernt: Auen.
Einsam gelegene Altwasser.
Es duftet nach saftigem Grün.
Der Po ist gewaltig. Heilig.
Stille auf einmal.
Das Wort Po kommt aus dem Lateinischen von Padus und bedeutet Pfad, schlug ich nach.

 

 

 

 

Im kleinen Museum des Ortes: Alte Aufnahmen von den berühmten Werkstätten der hießigen Geigenbauer und auch eine nachgebildete alte Schusterwerkstatt.

 

 

Wäre es möglich eine Stradivari maschinell herzustellen? Sicherlich nicht.
Worin liegt der Unterschied zwischen einem Fertiggericht aus dem Supermarkt und einem liebevoll von Hand zubereiteten Essen?
Was bedeutet uns Handwerk heute noch?

 

 

 

Buon Appetito!


Leckere Pasta gefüllt mit süßem Kürbis.

 

 

 

Hier wohnt der Sinn:

 

 

 

Donnerstag, 3. April 2014

 

 

 

Baum, der beschnitten worden ist. -
Auf seine Spitze wurde eine schillernde Perlmuttschnecke gesteckt.

 

 

 

Sonntag, 30. März 2014

 

 

 

Sonntagsspaziergang in den Wald

 

 

Grüne Korallenfächer, welche in sonnenschwangerer Luft flirrend schweben und reizende Luft- und Baumwipfelbewohner

 

 

Mit Glockenläuten, niemand hat es gehört.
Glocken müssen geläutet werden.

 

 

 

Samstag, 29. März 2014

 

 

 

Seemannslied

 

Die Hände auf die Segel legen
wir fahren über das Meer
dein Ohr gehört dem Wind
deine Augen trinken die Fluten leer
alle Nuancen ihres Blaus spiegeln sich in ihnen wieder
Wogen tief zum Firmament
Gischtstrahlen aus dem Maul des Wales
unaussprechlich gießt dein Blick im Licht der Sonnen und von Sternen
Augenblicke der Vollkommenheit aus
und ewigen Wandel schaue ich
still

es heißt, daß Blau die Farbe der Sehnsucht sei
der Sehnsucht
      heimzukehren.
 

 

 

Freitag, 29. März 2014

 

 

Buntes Bild einer als Mann verkleideten Frau mit Hut

 

 

 

Sonntag, 16. März 2014

 

 

 

Weg der espernen Eingebung,
oder den blauen Gegenstand
innigst zu betrachten.

 

 

 

Samstag, 15. März 2014

 

 

 

Auf der Messe

 

 

 

Ich habe mich verliebt.
Der kleine schon sehr in die Jahre gekommene Bär stiehlt allen die Schau, sogar dem teuersten Buggati.
Stroh guckt aus seinem Rücken heraus. Ohr verloren. Augen nicht mehr an ihrem Ort. Das schmutzige Fell löchrig, kaum mehr vorhanden. Die Felgen haben heftigen Seitenschlag - Geradeauslauf fraglich.
Warum? Weil er auf eine unnachahmliche Weise wahre Demut, Gelassenheit und Ruhe ausstrahlt.
Wieviele Kinder mag er wohl glücklich gemacht haben?
Ein spontan initiertes Foto. Die Damen strahlten lächelnd unverhohlen, die Herren betrachteten ihn ebenfalls lächlend, aber meist eher etwas verstohlen.

 

 

 

Sonntag, 9. März 2014

 

 

 

Sonntagsspaziergang

 

Lerchen jubilieren bereits mit ihrem eigenwilligen Trillern über den noch braunen, weiten Feldern

 

 

 

Mittwoch, 5. März 2014

 

 

 

Die Tannenspitzen
atmen goldenen Abendhimmel
rosa und türkis
der Wald
ein letztes Mal hebt und senkt er sich
ruht
bald

der neue Mond ist aufgegangen

eine liegende Sichel
eine Barke
ein Haar aus weißem Licht

sich wiegend
eine Schale

gefüllt zu werden
mit
Wein

 

 

 

Faschingsdienstag, 4. Februar 2014

 

 

 

Die rote Feder. Ich wußte, sie hat eine Bedeutung.

Am Abend der Film Bab Aziz.

 

 

 

Freitag, 21. Februar 2014

 

 

 

“Was machst du denn gerade?”
“Ich male. Ich male einen Engel. Er ist sehr traurig und weint. Ich habe von ihm geträumt.” -
“Da ist gerade eine Sternschnuppe am Himmel! Da ist gerade eine Sternschnuppe niedergegangen! Jetzt darf ich mir etwas wünschen, nicht wahr? Aber ich darf es dir nicht verraten, was ich mir gewünscht habe, sonst geht es nicht in Erfüllung.”

 

 

 

Donnerstag, 20. Februar 2014

 

 

 

Der name des Schiffes heute: Sinn
Ich fuhr über den Rhein.

 

 

 

... dann würden wir auch die Fäden nicht verlieren, die zwischen Zeit und Raum gespannt sind.

 

 

 

Dienstag, 18. Februar 2014

 

 

Weinender Engel

 

 

 

 ...und du kannst aus dem Spiegel schauen,
in dein Gesicht!

 

 

 

Sonntag, 16. Februar 2014

 

 

 

Die kleine smaragdgrüne Schlange schläft eingerollt unter meiner Matratze.
Heute fand ich noch ein Haar von Yoda, dem roten Kater, in der braunen Wolldecke aus Kamelhaaren auf dem Sofa. Es ist eindeutig von ihm, weich und fein und orangefarben, ins Weiße verlaufend.

 

 

 

Samstag, 15. Februar 2014

 

 

 

 

 

 

 

Sonntag, 9. Februar 2014

 

 

 

Gleich nach dem Pfändertunnel rechts von der Autobahn ein schwirrender Regenbogen, ganz nahe der Erde, als stände er fest verankert im Grün. Regenbögen wachsen aus den Gischtfontänen der Autos um uns herum.

 

 

 

Torino

 

Die spektakuläre Teststrecke auf dem ehemaligen Fiat-Werk Lingotto in Turin, dahinter, zum Greifen nahe, die Alpen

 

 

 

19.30 bis 7:30

Unendlich müde, trotzdem glücklich. Beim Appertiv, kurz vor dem Abendessen mit den Lieben

 

Ich liebe Turin. Warum? Das kann ich nicht einmal so genau festmachen. Vielleicht wegen dem Po, der die Stadt malerisch teilt. Der vielen schönen Brücken, welche sie verbindet. Vielleicht wegen der Silhouette der italienisch-französischen Alpen, die sich oft so greifbar nahe zeigt, wie ein verheißungsvolles Band entlang des Horizonts. Wie ein italienisches Dessert, wie Mont Blanc. Ich liebe Mont Blanc. Turin ist im Westen begrenzt von einem wogenden steineren Meer aus geeister Kastaniencreme mit Sahneeisgletschern gekrönt.
Wegen seines französischen Touches.
Wegen seiner Innenstadt, den weiten Arkaden, unter denen man flaniert, den zahlreichen feinen Cafes mit ihrem nostalgischen Charme. Wegen den vielen eleganten Damen mit den roten geschminkten Lippen und sorgfältig frisierten Haaren. Wegen seinen Märkten mit den emsigen Marktfrauen. Den schönen Piemontesern und den noch viel schöneren stolzen Piemonteserinnen.
Wegen der Freundlichkeit der Menschen.
Wegen dem roten Frizzante. Wegen der vielen kleinen leckeren Köstlichkeiten, die man überall erhält und die einem auf der Zunge zergehen. Oliven in Blätterteig. Nach Blumen duftendes federleichtes feinstes Schmalzgebäck mit einem Hauch Puderzucker bestäubt. Wegen Lingotto. Wegen Fiat. Wegen dem Turiner Grabtuch. Endlich, nach vielen Jahren, in denen ich schon den Wunsch hegte und dann doch immer etwas anderes war - keine Zeit zum Verweilen, keine Zeit zum Verreisen -, war ich einmal im Dom. Wir standen, am Abend, plötzlich davor.
Zündeten Kerzen an.

 

 

 

Vor Jahren durfte ich einmal für einige Tage Gast bei Frau Nadina Abarth-Zerjav, der zweiten Frau von Carlo Abarth, sein, welche in Turin am Corso Massimo d’Azeglio gelebt hat.

 

 

 

Sonnenaufgang am San Bernardino-Tunnel

 

 

 

Sonntag, 2. Februar 2014

 

 

 

20140202-1

Eingang: ganz viel Blau fließt heraus

 

 

 

Freitag, 24. Januar 2014

 

 

 

Vielleicht hast du auch vom Meer geträumt?

 

 

 

Donnerstag, 23. Januar 2014

 

 

 

Großer Storch auf dem Dach des Hauses
auf einem Bein
schaukelnd
blickt neugierig herab.

 

 

 

Die alte Frau sitzt vor ihrem Laden. Darin: das Meer

 

 

 

Mittwoch, 22. Januar 2014

 

 

 

Anna Maria
 

Sie trägt flauschig hellgrünes Mohair. Und ein hell silber leuchtendes Collier über ihrem Brustbein.

 

 

 

Sonntag, 19. Januar 2014

 

 

 

Heimkehr der Stille

 

Heimatleben in der Stille

 

 

 

Mittwoch, 15. Januar 2014

 

 

 

Fand ein Gedicht:

 

Der Ring mit dem hellblauen Stein
den dir ein Traum gegeben
du hast die Hand geöffnet
im Schlaf
da verlorst du den Ring
Kroch eine Schnecke hindurch
eine nackte Schnecke im Regen
und trug ihn in ihr schleimiges Erdloch
den Ring mit dem Traumstein?
Fiel er dir in den Brunnen
während du schliefst?

Du hast im Schlaf die Hand geöffnet
da verlorst du den Ring
wie du alles verlierst
- wie wir alle alles verlieren -
Tag um Tag,
was wir haben verlieren
weil verlieren so leicht ist
nur verloren haben
so schwer
Weil mühsam ist
bewahren was wir lieben
mühsam wir selbst zu sein

 

 

Doch ohne den Mut
die Hand in der Hand zu halten
ohne den Mut
ganz hier zu sein
werden wir täglich
ärmer

 

 

aus: Hilde Domin, Der Baum blüht trotzdem, Gedichte, 1999

 

 

 

Dienstag, 14. Januar 2014

 

 

 

Ade, kleine tapfere Schwalbe. Auf Wiedersehen.

 

 

 

Montag, 13. Januar 2014

 

 

 

Eine Grußkarte. Bitte aufklappen:

Ebony and Ivory

 

 

 

Sonntag, 12. Januar 2014

 

 

 

Abend

Meine chinesische Freundin bestellte sich riesige knusprige Shrimps. Diese wurden in einer etwa zwölf mal zwölf Zentimeter großen verschlossenen nachtblauen quadratischen Schatulle heiß serviert.
Köstlich. Mir lief das Wasser im Munde zusammen.
Doch eigentlich wollte ich etwas anderes.
Suchte auf der schönen handgeschriebenen Speisenkarte, welche man mir reichte, lange danach. Mit dem Zeigefinger strich ich über die aufgelisteten Gerichte hinab.
Wo war es denn auf einmal nur, gerade habe ich doch noch daran gedacht, es mußte doch irgendwo stehen, mußte doch endlich kommen?
Ich wollte nämlich viel lieber eine Geschichte bestellen, eine Geschichte eines bestimmten Autors, eines jungen Mannes, der gerade im Krankenhaus lag.
Erst vorhin hatte ich mich mit ihm über einem anderen Mann, welcher mit dem jungen Autor telefonierend den Hörer an sein Ohr gepreßt an einem kleinen Tische eng an eine Wand gerückt saß und ihn wohl gut kannte, unterhalten.
Es ging um die Geschichte... es ging um die Geschichte... , nämlich es ging um Maduasar. Maduasar.
Maduasar. Der den Morgen im Augenblick erweckt.
Das wollte ich gerne essen.
Gott sei Dank habe ich es doch nicht vergessen.

 

 

 

Das Bild, das ich mir von dir erdacht habe,
kam noch viel tausendmal schöner zurück.

 

 

Tatsächlich: der Beginn eines wunderbaren Zyklus ist damit eingeläutet worden.

 

 

 

Samstag, 11. Januar 2014

 

 

 

Zwei Rotmilan kreisen hoch über dem See. -
Und ein still schwebendes Herz.

 

 

 

Montag, 23. Dezember 2013

 

 

 

Dein Baum malt schöne Farben.

 

 

 

Samstag, 21. Dezember 2013

 

 

 

Vor etwa zwei Monaten haben wir Tulpenzwiebeln gepflanzt.
Ich sagte, ich habe Tulpen zu pflanzen, und wenn er wolle, könne er mir gerne helfen. Beim schnellen Blick in den Weidenkorb dachte er, es seien vielleicht zehn, zwölf Zwiebeln.
Er antwortete: Ja, natürlich sehr gerne!
Es waren knapp einhundert. Wunderschöne rote und gelb blühende holländische Tulpen. Die Wiese am Bach, mit den fünf Birken und der großen Weide, sie wird im Frühjahr vielleicht nicht mehr wiederzuerkennen sein.
Ich habe geträumt, daß die kleine Pinie, welche ich einmal aus einem Pinienkern gezogen habe, gelb blüht. Sie wächst nun im Beet vor dem Hof und blüht üppig, ihre vollen Blütenrispen gleichen denen von Lupinen. Schmetterlingsförmige Täschchen über hellsamtenen Nadelwald. Wunderbare wildblumige Fülle. Doch das ist nicht alles: aus dem grauen Asphalt waren bereits Tulpen gebrochen, aus unscheinbaren braunblättrigen Zwiebeln zu neuem Leben erwacht, und blühten ebenfalls leuchtend gelb. Sie standen majestätisch, eine jede einzeln für sich.
Zarte Bodendecker sprießten und wucherten vorm Tor, ein fröhlicher Teppich tausend sonnengelber Blütensterne.

 

 

 

...denn deine Seele ist bereits voller Vögel.

 

 

 

Donnerstag, 19. Dezember 2013

  Sehr wohl
sind sie der
berühmte Vertreter
von Herrn Morgenstern!

 

 

 

Sonntag, 15. Dezember 2013

 

 

 

Auf dem Weg zum festlichen Weihnachtskonzert blühte es.
Nein, dies sei keine Zaubernuß, sagte Doris. Deren Blütenstände seien außerdem meist eher gelb.
Hamamelis.
Ohne sie hätte ich die Pracht gar nicht gesehen.
Dies sei - so glaube er - etwas Japanisches.
Ein rosafarbenes Blütenmehr auch auf dem Gehsteig, fast unbemerkt im Dunkel, im Dreck, hingehaucht.
Wir reiben uns die kalten Hände. In freudiger Erwartung stehen wir vor dem Portal beeinander. Stilles Nicken zur Begrüßung. Glanz in den Augen.

Ein Vogelnest hochoben

 

 

 

Donnerstag, 12. Dezember 2013

 

 

 

Befreite die schlichte, goldene Messingschale vorsichtig mit einem Speisemesser von der dünnen, farblosen Wachsschicht, mit welcher sie vollkommen eingehüllt war.

 

 

 

Samstag, 7. Dezember 2013

 

 

 

Der Schwan macht einen S-förmigen Hals. Ein halbes Herz.
Und ein schwarzes Eichenblatt.

 

 

 

Mittwoch, 4. Dezember 2013

 

 

 

Öffnete das große, schlicht weiß gerahmte, quadratische Fenster dem weitgoldenen Morgen. Die Sonne ging gerade auf.

 

 

 

Sonntag, 1. Dezember 2013

 

 

 

Der Name des Schiffes heute: Alte Liebe

 

Eigentlich war es kein Schiff, so wie man sich es vielleicht beim ersten Hören des Wortes “Schiff” vorstellen mag, nämlich groß und weiß und strahlend, sondern vielmehr war es ein kleiner schon etwas heruntergekommener Kahn.
Und der fuhr auf der Straße. Auf dem Asphaltkanal. Im dämmerigen Morgennebel.
Und trotzdem.... gerade deswegen...

 

 

 

“Eine Heilige, die du so gerne wärst, das bis du nicht. - Gott sei Dank.”

 

 

 

Mittwoch, 27. November 2013

 

 

 

Die Namen der Schiffe heute: Seqana, Vath und Muflon

 

 

 

Sonntag, 24. November 2013

 

 

 

Hierhin hat die Heilige Kunigunde einen ihren weißen Schleier fliegen lassen. Er verfing sich in der heute über 1000jährigen Linde.

 

 

 

Dienstag, 19. November 2013

 

 

 

In dem dicken Umschalg fand ich eine Karte. Ein Proskept. Einen feinen Fingerhut aus weißem Porzellan. Einen handgeschriebenen Brief. Und einen gelben Luftballon mit fünf Dattelsamen darin verborgen. Das Herz klopfte.

 

 

 

Sonntag, 17. November 2013

 

 

 

Heute ist die großartige Schriftstellerin Doris Lessing gestorben.

 

 

 

Freietag, 1. November 2013

 

 

 

Welche Worte
sind das?
Märchenwerte?

 

 

 

Der Name des Schiffes heute: La Fosca

 

 

 

Donnerstag, 31. Oktober 2013

 

 

 

Plötzlich schillerte Tränenwasser in zwei dunkelbraunen Seen.
Berührtheit.

 

 

 

Montag, 28. Oktober 2013

 

 

 

Dies hat mir heute meine liebe V. geschrieben:
Ich habe heute von Dir geträumt :)):
Du hast noch zwei wunderschöne blaue Vögel in deiner Obhut gehabt, weil sie sich verletzt haben! So richtig schöne Urwald-Kolibris :) und die Katze war auch dabei - die hat den Vögeln immer nur zugeschaut, wie sie gesungen haben :) und dann hab ich dich mal gefragt, ob die Katze den Vögeln nichts antut - und du meintest dann, sie wären Freunde und deshalb würden sie sich lieben :)”

 

 

 

Sonntag, 20. Oktober 2013

 

 

 

Die Gelbe Blume. Aus dem schönen Buch von Tiziano Terzani, Noch eine Runde auf dem Karussel: Vom Leben und Sterben.

 

 

 

Sonntag, 6. Oktober 2013

 

 

 

Vom Kalenderblatt heute:

Aber frei will ich sein und ganz mein,
und was ich gebe,
das soll mich nicht binden.

(Bettina von Arnim)

*

 

 

 

Sonntag, 29. September 2013

 

 

 

Den Nachmittag habe ich lesend in Gesellschaft von Anna verbracht. Sie saß auf meiner Schulter, ganz nahe am Hals. Sie putzte sich. Schlug mit den Flügeln. Zupfte zart an meinen Haaren. Und manchmal an meinem Ohrläppchen. Während ich wohlig auf dem Sofa lag und die wunderbare Sonne zusammen mit dem Wind ein Muster aus sich ständig bewegenden warmen Lichtern in das Zimmer hinein malte. Ein rotierendes Kaleidoskop von Gelb, Orange und Türkisblau. Lindgrün. Und wieder gelb. Die Birken wogten im Wind und ließen ihm ihr erstes Laub. Münzengroße herzförmige Blätter. Die silbernen Zweige des Wehrmuts schaukelten im Wechselspiel mit den Purpurastern und den Goldruten auf und ab. Hin und her. Ich vergaß die Zeit. Grübelte über tausend Dinge nach. Und sah immer wieder einmal nach dem federleichten Lebewesen auf meiner Schulter, welches mir in den letzten Wochen so ans Herz gewachsen war.

 

 

 

Donnerstag, 29. August 2013

 

 

 

Erste Gipfelbesteigung - und ich habe es mit Hilfe von Thomas geschafft, trotz Höhenangst! Eigentlich wollte ich etwa fünfzig Meter unterhalb des Gipfels nicht mehr weiter, hätte auf dem winzig schmalen Sims mit dem Rücken zur Steilwand gelehnt gewartet. Nur nicht hinuntersehen... Jetzt kann ich doch nicht mehr weiter, so kurz vor dem Ziel. Ich habe Angst. Wie in einem Alptraum. Nicht vor und nicht zurück. Ich kann das nicht. Der Weg, es war ja gar kein richtiger Weg mehr, nur noch Geröll und Fels, schien ja jetzt einfach steil hinauf ins Blau des Himmels hinein zu führen. Die Sonne schien, Schmetterlinge flogen taumelnd, der See tief unter mir schimmerte kostbar wie ein Türkis. Schräg oben über mir sah ich - im Augenblick nicht gerade verlockend - einen Teil des Gipfelkreuzes.
Macht ja nichts, dann bleibe ich einfach hier stehen. Für immer und ewig.
Doch schließlich bin ich, nachdem er zuersteinmal alleine zum Gipfel gestiegen war, doch auf allen Vieren genau nach seinen Anweisungen hochgekraxelt. Er könne es verantworten. “Du schaffst es”, sagte er bestimmt. “Also, gehe jetzt los!”
Die rechte Hand greift ans Drahtseil, der linke Fuß auf diesen Stein. So ähnlich lauteten seine knappen Befehle. Und weiter. Mir kam es vor, als kletterte ich schon frei schwebend in der Luft. Und höher und höher hinauf. Wie ein ungelenkter Käfer krabbelte ich nach oben. Nur nicht nach unten sehen, nur nicht nach unten sehen, kreiste es in meinem Kopf. Er kletterte hinter mir.
Oben angekommen begrüßte uns laut rufend und krächzend ein riesiger Rabe, der zur Freude unserer Ankunft zum Greifen nahe tollkühne Purzelbäume vor dem steil abfallenden Kamm des Nachbargipfels flog.
“Siehst du, der hat auf dich gewartet!”, stieß Thonmas gleichzeitig nur knapp aus.
Mir verschlug es fast die Sprache.
Na,endlich!, schien der Rabe zu rufen. Ich bin da! Ich, der Große Rabe, begrüße euch! Was habt ihr so lange da unten gemacht? Seht, wie ich in der Luft fliegen kann! Sie trägt doch. Das ist unser Element!
Nach einer Weile verschwand er immer noch rufend in Richtung Süden.
Wie ein Zeichen war das.
Der Ausblick atemberaubend. Klare Luft füllte unsere Lungen. Die Welt breitete sich wie ein schillernder, lebendig pulsierender Teppich unter unseren Augen aus.

 

 

 

“Jeder Gipfel ist heilig”, sagte er noch.

 

 

 

Der Weg des Raben: in Richtung Urner Boden

1936 Meter über dem Meeresspiegel.
Hinter dem Geländer ging es senkrecht nach unten.

 

 

 

Mittwoch, 28. August 2013

 

 

 

In der Schweiz

Feenland

 

 

 

 

 

 

Sonntag, 25. August 2013

 

 

 

Blaue Stunde - bezaubernder Blick beim Abendessen durch das Fenster des Speisesaals hinaus auf den See. Das Blau wird dunkler, dunkler, tintenschwarz, und schließlich ist es Nacht.Tausend Lichter funklen.

 

 

 

Samstag, 24. August 2013

 

 

 

Seligkeit beim Essen eines Eises auf einer Bank vor dem kleinen Hafenbecken, während ich gleichzeitg auf das blaue gurglenden Wasser, die fernen Umrisse der hohen Berge dahinter und in den strahlenden Himmel blickte.
Eine Entenfamilie, welche die schaukelnde Boote in vorsichtigem Abstand umschwamm, beobachtete.
Das lustige Treiben der Menschen.
Wie farbig, wie intensiv plötzlich alles war! Wie es duftete! Alles leuchtete!
Nur, weil ich völlig hingegeben mit unendlich viel Zeit ein köstliches italienisches Eis aß.
Ein Eis, daß es nur in Italien gab.
Nämlich meine Lieblingssorten Malaga. Amarena. Und Pistacia.

 

 

 

20130824-7

Der Weg ins Tal der Papiermühlen

 

 

 

Freitag, 23. August 2013

 

 

 

Im Kreuzgang des ehemaligen Klosters

 

 

 

Wanderung den Berg hinauf zur Einsiedelei

 

 

 

Donnerstag, 22. August 2013

 

 

 

Die Rohrflöte

Während er mir am Abend vorlas, das erste Kapitel aus dem schon abgegriffenen, alten Buch mit den golden geprägten Buchstaben auf dem dunkelgrünen Leineneinband, hörte ich wie einen Klang, den Klang einer Rohrflöte.
Hinter den leisen Worten und Sätzen, in das Halbdunkel des Zimmers hinein gesprochen. An mein Ohr. Seltsam. So fern, und gleichzeitig ganz nahe.
Das gibt es doch nicht? Täusche ich mich? Doch da war er wieder, der Klang, die Melodie. Ganz leise und ganz zart.
Sie schien aus seiner Stimme und aus den Buchstaben und Worten des Buches zugleich zu kommen. Ein feinflüssiges, mäanderndes Band.
Doch wollte ich es fassen, schien sie verstummt.
Das erste Kapitel handelte von der Sonne. Da war ein kleiner Junge, dessen größter Wunsch es war gut zu sein und der schließlich im Traum an einem Sonnenstrahl in den Himmel zur Sonne emporgestiegen war.

 

 

 

Donnerstag, 22. August 2013

 

 

 

Endlich einige Tage Ferien.

 

 

 

Sonntag, 10. August 2013

 

 

 

Berührt nach einem überraschenden Besuch.

 

 

 

“Die Schwalben am Haus, das hat sicher die Margit durchgesetzt, daß sie bleiben.”
Wieder am Herd, rührte in dem Töpfchen mit frischen Bohnen und Bohnenkraut, es köchelte duftend. Von den letzten Wochen müde und erschöpft. Plötzlich kamen mir die Tränen und es schüttelte mich regelrecht.

 

 

 

Mittwoch, 7. August 2013

 

 

 

... denn auch die Fernen sind dir nahe.

 

 

 

Sonntag, 4. August 2013

 

 

 

Eine kleine Elfe, ein zartes, feingliedriges Mädchen mit karamelbraunem Teint und mit langem, dichtem, welligwuschigem Haar in der Farbe von Wüstensand und Asche bis über die Kniekehlen, welches gleichzeitig auch ihre Flügel war - ganz ordentlich gekämmt war diese Pracht ja nicht, wie das bei Elfenkindern halt so üblich ist -, steht barfuß vor dem Bücherbord im Wohnzimmer und studiert neugierig die Buchrücken der vielen Kochbücher.
Was das wohl bedeuten mag?

 

 

 

Donnerstag, 1. August 2013

 

 

 

Der Name des Schiffes heute: Scenic Diamond

 

 

 

Mittwoch, 31. Juli 2013

 

 

 

Anna

 

Ein kleiner Patient. Ich habe ihn auf dem Weg zur Gallerieeröffnung am vorigen Sonntag am Straßenrand im Nachbarort gefunden. Er kugelte hilflos auf dem Teer, konnte nicht mehr fliegen, während seine Brüder und Schwestern laut rufend über ihn kreisten, um den kleinen Vogel zu schützen. Wir haben ihn Anna getauft, weil am 26. Juli Anna-Tag und am Sonntag die Prozession zur Anna-Kapelle im Wald war. Anna, das kommt von Hannah, schlug ich nach, und es bedeutet Liebreiz, Anmut, Gnade. Aber eigentlich ist das mit dem Geschlecht gar nicht so sicher.

Anna ist eine junge Rauchschwalbe.

Die Sonne hat leuchtend grell geschienen, es war sehr heiß und ich nahm den kleinen Vogel in die Hand und fragte mich, was ich jetzt nur tun soll. Das paßte mir jetzt aber überhaupt nicht in den Kram. Eigentlich wollte ich ja bis zwölf bei der Ausstellung sein. Ihr Gefieder am Rücken schillerte wunderbar Blauschwarz wie hundert Libellenflügel tanzend am Ufer eines Bächleins. Die Federn über dem Schnabel waren rostbraun. Rehbraun. Rehfellbraun. Ihre dunklen runden Augen hellwach und warm wie Kohlestücke. Sekundenlang starrte ich sie an als käme sie von einem anderen Stern. Wahrscheinlich kam sie das auch. Erst realiserte ich gar nicht, daß der kleine Vogel in meiner Hand keine Mehlschwalbe, wie wir sie so zahlreich am Haus nisten haben, sondern eine Rauchschwalbe war. Ehrlich gesagt brauchte ich einige Tage dafür.

Sie kann ihren rechten Flügel nicht richtig bewegen denn mit ihrer Schulter ist etwas nicht in Ordnung. Er hängt ein wenig herab. Deshalb klappt es mit dem Fliegen leider auch nicht so gut. Also eigentlich gar nicht. Das ist sehr schlimm. Denn sie ist so klein und unglaublich zart und eine Schwalbe muß doch hoch in die Luft und in den Himmel und in die Sonne fliegen! Dort ist ihr zuhause. Das ist ihr Leben.
Die Tierärztin konnte keinen Bruch feststellen.

Wir versuchen unser Bestes, und ohne die tatkräftige und liebevolle Hilfe meiner Mutter wäre es nicht möglich, den kleinen Patienten den Tag über neben der Arbeit zu verpflegen. Meine Mutter ist wirklich toll und liebevoll, wenn sie sich um ihn kümmert und ihre Stimme nimmt dann einen sonnenhellen Klang an, wenn sie ihr beim Füttern leise liebkosende Worte zuflüstert.

Kurz nach dem Aufstehen, um etwa viertel nach sechs, bekommt Anna ihr erstes “Betthupferl” von mir. Da ist sie meist noch ein wenig verschlafen und braucht ein wenig. Während ich Frühstücke haben wir Blickkontakt und nun beginnt sie regelmäßig hingebungsvoll mit ihrer Morgentoilette und putzt sich ihre hübsches Federkleid. Pünktlich um sieben begleitet sie mich ins Geschäft.

Wir hoffen - trotz aller Schwierigkeiten - daß sie irgendwann einmal wieder mit ihren Artgenossen fliegen kann. Momentan ist ihr Lieblingsplatz allerdings auf meinem für diesen Zweck mitternachtblau mit weißen Pünktchen betuchten Kopf. Dort thront sie stolz, ruft ständig laut und penetrant: wid wid wid wid und macht Flugübungen.

 

 

 

Sonntag, 28. Juli 2013

 

 

 

Ein neues Buch für Kinder ist erschienen:

 

 

 

Donnerstag, 25. Juli 2013

 

 

 

Der Name des Schiffes heute: Viking Odin

 

 

 

Dienstag, 23. Juli 2013

 

 

 

 

 

 

Freitag, 12. Juli 2013

 

 

 

Da oben, hoch unter unserem Dach, gilt es einige hungrige Mäuler zu stopfen

 

Aufnahmen gestalten sich manchmal etwas schwierig, denn die Schwalben sind wahre Flugkünstler und unglaublich flink und schnell. Bei der Beutejagd kann ihre Flugspitzengeschwindigkeit bis zu 74 km/h betragen. Ich las ferner, daß so eine kleine Schwalbe unter bestimmten Umständen bis zu 500 Kilometer an einem Tag zurücklegen kann. Faszinierend.

 

 

 

Dienstag,, 9. Juli 2013

 

 

 

Zuerst blühte der Jasmin, nur wenige Tage später zündete das Immergrün seine kleinen weißen Kerzenflammen an.
Ich habe eine Pfingstrose gepflanzt, eine blaue Iris.
Später noch Lavendel und eine rosafarbene Rose, welche die pralle Sonne liebt.
Im Garten steht jetzt eine mannshohe hölzerne Skulptur. Dunkelrot. Zwei rohe Bretter, die zueinander gehören. Verzahnt.
Das Grün der Bäume umwölbt sie wie ein Schutzmantel.
Und seit Neuestem gibt es auch noch ein kurzes Stück alten, schmiedeeisernen Zaunes darin. Zwei kurze Ketten baumeln lose im Wind daran. Sie möchten sich verbinden. Vielleicht mit einem Ast der Birke. Gekrönt ist der Zaun von einem türkisblauen milchig schimmernden Ei, das in der Abendsonne zu glühen beginnt. Über dem gelben Meer des Goldfelberichs. Von den Fluten der Überschwemmung noch gebückt. Vor der Weite des Wiesengrundes.
In der Weide hängt eine Perlenschnur aus Stein.
Den süßen Duft des Jasmins unter meinem Fenster roch ich beim Schlafengehen und beim Aufwachen am Morgen.
Den grünwürzigen Duft des Immergrüns ebenso.

 

 

 

Montag, 8. Juli 2013

 

 

 

Um Punkt 23:00 Uhr flog auf einmal in einem weitem Bogen der azurblaue Vogelfisch durch das rechte Fenster hinaus ins Freie, in die Neumondnacht. Ich erwachte davon.

 

 

 

Sonntag, 7. Juli 2013

 

 

 

Absprung mit großem Gerufe: Eine junge Schwalbe kurz vor ihrem ersten Flug. Ihr linker Flügel schien zunächst eingeklemmt.

 

 

 

Freitag, 5. Juli 2013

 

 

 

Jetzt schaue ich oft nach der Schlange, weil ich weiß, wo sie lebt. Am Abend ging ich wieder dorthin. Erst habe ich sie nicht gesehen, obwohl ich ihre Präsenz deutlich zu spüren meinte. Still stand ich da. Nach einer Weile entdeckte ich sie tatsächlich zusammengerollt sich sonnend unter einigen vertrockneten Zweigen. Heute schien ihre Farbe graugrün.

 

 

 

Dienstag, 2. Juli 2013

 

 

 

Eine wunderschöne rote Rose liegt gepflückt auf von der Sonne gelb verdorrten und vom Wind wie eine Welle gebogenen langgewachsenen Gras.

 

 

 

Samstag, 22. Juni 2013

 

 

 

Johannisfeuer

 

 

Das riesige Feuer erhellte mit seinem lodernden Schein die Vollmondnacht. Ab und zu öffneten sich die Wolken in seltsamen Mustern und Formen und gaben den Blick auf einen Himmel frei, der köngisblau leuchtete. Das ganze Dorf schien auf den Beinen. Bekannte gingen grüßend vorbei. Den Hohlweg hinauf, die Zweige der Büsche und Bäume links und rechts über uns fast geschlossen, einander berührend, als ginge man durch ein unendlich langes Kirchenschiff, angenehme Kühle, an manchen Stellen des Weges lockten duftend im Dunkel verborgen Holunder, Minze und andere unsichtbare Blüten von Kräutern, Büschen, Gräsern und Bäumen.

 

 

 

Freitag, 21. Juni 2013

 

 

 

Ich war so müde, daß ich mich schon um neun schlafen legte.

 

 

 

Montag, 17. Juni 2013

 

 

 

Er hat mir seinen Traum von der vergangenen Nacht erzählt:
Ein großer Rinpoche kam in das Land und Männer, Frauen und Kinder pilgerten zu ihm, um ihn reden zu hören. Zusammen mit seinen Mönchen residierte er in einem großen weißen Zelt, das etwa 50 Menschen faßte, genau zwischen dem Berg Kailsah und dem Manasoravar-See. Hunderte Menschen lagerten davor. Der Eingang des Zeltes stand geöffnet und manche steckten vorwitzig ihre Köpfe hinein, um den Erleuchteten zu sehen. Es herrschte ein ständiges Kommen und Gehen. Der Erleuchtete saß im Lotossitz auf einem Kissen aus Brokat und rechts und links von ihm vier oder fünf Mönche. Er trug ein orangefarbenes Gewand, seine Arme waren nackt. Er hatte wallende lange graue wellige Haare und ein goldener Kranz oder Reif ziseliert mit heiligen Bildern saß auf seinem Haupt. Er war nicht schlank und hatte ein rundliches Gesicht. Es war markant und tief faltendurchfurcht, wie ein uraltes Gebirge. Besonders auffallend waren seine unendlich tiefen und dunklen Augen, welche darin wei feuerige Diamanten funkelten und leuchteten. Er war fesselnd und poetisch, die Menschen hingen voller Frömmigkeit, glückselig und ehrfürchtig an seinen Lippen. Selbst die Augen der Männer leuchteten. Alle lauschten ergriffen seinen Worten, die vom Wert des Daseins handelten.
Der große Meister sprach:
“Wenn wir unsere Chance nicht nutzen, dann sind wir wie der Bettler, der einen Edelstein findet, ihn einen Augenblick lang in seiner Hand hält und wieder in den Staub wirft, weil er ihn für Tand hält.”
Er fuhr fort:
Der Gipfel der Verwirrtheit ist es, wenn man im vollen Bewußtsein des Wertes der menschlichen Existenz diese in Zerstreuungen und in Verfolgung eitler Ziele vergeudet. Umsonst hat der Reisende dann mit unendlicher Mühe die Meere durchquert, wenn er von der Schatzinsel mit leeren Händen heimkehrt.”

 

 

 

Donnerstag, 13. Juni 2013

 

 

 

Die Schwalben an unserem Haus

 

 

 

Er hat mir seinen Traum von der vergangenen Nacht erzählt:
... und wieder sprach der Meister über den Tanz.
Er sprach:
“Der Tänzer soll sich so zart wie der Flügelschlag eines Adlers bewegen, als würden seine Füße einen Lotos auf den Boden zeichnen, unablässig Mantras murmelnd.”
Und abermals sagte er:
“Die Geste des Tanzes ist wie ein Spiegelbild der Erleuchtung.“

 

 

 

Mittwoch, 12. Juni 2013

 

 

 

Der Name des Schiffes heute: Katharos

 

 

 

Dienstag, 11. Juni 2013

 

 

 

Der Name des Schiffes heute: Mystique

 

 

 

Es gab noch eine mystische Begegnung an diesem Tag: Ich habe am Abend eine Schlange bei ihrem Sonnenbad überrascht. Als sie mich sah verharrte sie regungslos und tat, als sei sie unsichtbar. Ich war mindestens genauso erschrocken wie sie. Sie war groß, im Durchmesser etwa drei Zentimeter, hatte eine bräunliche Haut und lag zusammengeringelt in einer sonnigen Kuhle unter einem vertrockneten Ast. Daß es hier bei uns solch große Schlangen gibt! Bisher habe ich höchstens einmal eine Blindschleiche gesehen, und diese leider meistens überfahren und tot. Als ich nach einiger Zeit wieder zu der Stelle ging war sie verschwunden. Ob es eine Ringelnatter war? Oder sogar eine Äskulapnatter? Beide Arten sind sehr selten und streng geschützt. Für den Menschen absolut ungefährlich, für Mäuse allerdings nicht.

 

 

 

Er hat mir seinen Traum von der vergangenen Nacht erzählt, in welchem der Meister des Tanzes zu seinen Schülern sprach. Er sprach:
“Beim Tanz kommt es darauf an, daß der Ausführende die Gottheit klar vor Augen hat, die er darstellt und sich allmählich vollkommen bewußt wird, daß er selbst die Gottheit ist, da in jedem Wesen die Buddha-Natur vorhanden ist.
Er darf sich nicht von den äußeren Erscheinungen ablenken lassen sondern muß deutich erkennen, daß die Welt nur ein Traum, eine Täuschung ist.
Der Tänzer muß die Falten seines Gewands bewegen wie ein großer Vogel, der sich in die Lüfte schwingt, das Haar schütteln wie der Schneelöwe seine türkise Mähne - sein Körper muß die Anmut eines Tigers haben. Seine Bewegungen müssen majestätisch sein, voller Anmut und Leichtikgeit, klar und präzise.”

 

 

 

Freitag, 7. Juni 2013

 

 

 

 

 

 

Donnerstag, 6. Juni 2013

 

 

 

Kleine Schwalbe

 

 

 

 

 

 

Dienstag, 28. Mai 2013

 

 

 

Heute habe ich beim Kochen in einer roten Paprika ein kleines Herz gefunden.

 

 

 

Sonntag, 26. Mai 2013

 

 

 

Blick durch das Sonnendach eines Fiat Unos nach oben in den Himmel

 

Regentag und ein schönes Mittagessen mit Freunden.

 

 

 

Sonntag, 19. Mai 2013

 

 

 

“Schau mal, wie schön sich auf dem Wasser die Sonne spiegelt. So als käme Diamant angeschwommen.”

 

 

 

Ich habe geträumt, daß ich einen Fuß, jemandes nackten Fuß, unter klarem fließendem Wasser wusch. Ich wusch ihn, wusch die Zehen, und auf einmal ist mir aufgefallen, daß diese für Zehen erstaunlich lang und, so schien es, sie richtiggehend wie aus sich heraus gewachsen waren. Das sah so ungewöhnlich und erstaunlich aus.
Da realisierte ich: der Fuß, er war eine Hand! Handfuß.

 

 

 

Dienstag, 14. Mai 2013

 

 

 

Der Name des Schiffes heute: Chidri

 

 

 

Sonntag, 12. Mai 2013

 

 

 

Zufällige Begegnung

 

Das Landschaftsbild heißt Heimatreisen

 

 

Außer: das
tiefste Blau
und das
höchste Grün.

 

 

 

Donnerstag, 9. Mai 2013

 

 

 

4 Quadrate
4 Themen
4 Bilder:

 

Kraftvolles Feld
klares Leben
würdest du
Türe

 

 

 

 

 

 

Mittwoch, 8. Mai 2013

 

 

 

Er lauscht.
Er lauscht.
Er lauscht.

 

 

 

Sonntag, 5. Mai 2013

 

 

 

Anemonen im Klee

Bezaubernder Abendspaziergang

 

Durch ein Meer von Schlehenblüten.
Begleitet vom fröhlichen Singsang eines Bächleins.
Begleitet von Vogelstimmen.
Trutzig gelb grüßen üppig Burgen von Sumpfdotterblumen aus dem feuchten Grund des Tals.
Der Schachtelhalm blüht auch.
Ganz unscheinbar. Eine Kerze aus Blütenstaub.
Die meisten Himmelsschlüsselchen sind schon verwelkt.
Ein uralter prächtiger Birnbaum am Waldrand zeigt sich in strahlendem Weiß.
Der Kuckuck ruft.
Die Wipfel der Kiefern leuchten für einen Moment golden auf.
Schau, Schau!
In deinem Haar haben sich zwei winzig kleine Dornenzranken verfangen.
Bleib so. Tue sie raus.

Die Sonne geht langsam unter.
Es dämmert schon.
Leise schließen sich die Blütenkelche:
Die des Löwenzahns.
Die der Fleischblumen.
Die der Veilchen.
Die einer zarten weißen Blume, deren Name ich nicht kenne.
Noch leiser die der Anemonen.
Auf einmal wird die Luft kühler und frisch, sie duftet nun nach dem Atem des Waldes.

 

 

 

Feuersalamanderschlange

 

 

 

Dienstag, 30. April 2013

 

 

 

Dem wahren Rembrandt
dem wahren Herzbaum:

 

Ackerboden
bist du
bringe Frucht wie der Morgen

 

 

 

Samstag, 27. April 2013

 

 

 

Sein Platzdeckchen

 

 

 

Am Abend, als ich schon im Bett lag, konnte ich das erste Mal wieder bei offenem Fenster den Gesprächen des Schwalbenpaars lauschen, welche an der Hauswand unter dem Dachüberstand darüber ihr kleines Lehmnest hingeschmiegt hat, dem leisen auf und abwogenden unendlich zärtlichen Zilpen und Zalpen. Bis tief in die Nacht.
Das erste Mal wieder den Ruf des Kuckucks hören, von weiter weg, von der langen Reihe der hohen und buschigen Erlen am Rande des grün austreibenden Wiesengrund her. Das erste Quaken eines Frosches. Dem jubiliernden Singsang all der anderen Vögel, die noch hier am Bach wohnen. Seinem Gurgeln und Plätschern und Rauschen lauschen. Eine eigene, zeitlos ewige Sprache hat er.
Den Geräuschen der hereinbrechenden Nacht.

 

 

 

Freitag, 26. April 2013

 

 

 

Weiß  der
Mond voll

 

 

 

Donnerstag, 25. April 2013

 

 

 

Der Name des Schiffes heute: Donau

 

 

 

Sonntag, 21. April 2013

 

 

 

Lobgesang

 

 

 

Samstag, 20. April 2013

 

 

 

Das Kalenderblatt von heute zeigt ein Gemälde von Joan Miró mit dem lyrischen Titel: Der schöne Vogel enthüllt einem Liebespaar das Unbekannte. Wunderbar. Mir wird ein halber Medizinball zugeworfen. Der Ball des Meisters. Die Sonne lebt frisch... , so beginnt das mehrzeilige gelbgrundige Gedicht, mit dem die Innenfläche bedeckt ist. Unter dem Kaftan verborgen: ein dicker alter Strunk mit großen Dornen. Uralter Stamm. Erschrak zutiefst. Man kann sich daran verletzen, Vorsicht!, dies war mein erster Gedanke. Doch vielleicht ist es auch ein Rosenstrauch, das war der zweite.

 

 

 

Sonntag, 14. April 2013

 

 

 

Alabasterband

 

 

Die Schwalben sind da!

 

 

 

Freitag, 12. April 2013

 

 

 

Die herrlichen byzantinischen Mosaike der Basilika St. Apollinare in Classe in Ravenna

 

 

 

Vier Schönheiten am Wegrand.
Und die fünfte öffnet sich gerade:

 

 

 

Eine weiße Taube ist bei der Ankunft mit einem Zweig im Schnabel niedrig über uns hinweg nach Norden geflogen.

 

 

 

“Der Blume geht es gut.”
“Schön, daß es dir gut geht.”

 

 

 

Eine Geschäftsreise in den Frühling. Duft der nahen Adria. Die markanten Felsen von San Marino werden von Sonnenstrahlen beleuchtet, welche durch die niedrighängenden Vormittagswolken brechen. Es blieb Zeit für ein leckeres Essen und wenigstens eine der Kirchen mit den berühmten byzantinischen Mosaiken zu besuchen. Besonders mag ich die Darstellung der Schafe zwischen den weißen Lilien. Aber auch die naive Darstellung der Vögel in dem lindgrünen Weidengarten. Das warme leuchtende Gold des Himmels, welches vor vielen Jahrhunderten von fleisiger Hand aus abertausenden von Steinchen zusammengefügt worden ist. Ach, und das Azurblau, das liebe ich so, mit den unzähligen funkelnden Sternen darin.

 

 

 

Wolkenfische

 

 

 

 

 

 

Die Fenster der Basilika sind aus Alabaster

 

 

 

Eine kleine Hütte auf einem hohen Fels

 

 

 

Donnerstag, 11. April 2013

 

 

 

Eine durchsichtige Schlange, eine Kobra. Eine azurblaue Flüssigkeit steigt in ihr auf.

 

 

 

Ich träumte davon, daß ich mich übergeben muß. Es war schrecklich. Da war auch eine Schlange, eine Kobra. Bei ihrem Anblick erschauderte ich. Der Lehrer erklärte mir mit Hilfe eines weißen Schildes: Die azurblaue Flüssigkeit steigt in der Schlange hoch. Vorne, an der Vorderseite des Körpers, ist es Salzsäure, und an der Rückseite Natronlauge. So fühle ich mich auch, daß etws Schreckliches und unverdaulich Giftiges in mir war. Beide gefährlichen Flüssigkeiten treffen sich dann oben am Scheitel.
Hinter dem Schild befand sich ein weißer, leerer Tisch. Ich würde alles beschmutzen, dachte ich hilflos, was soll ich nur tun? Doch just in dem Moment reichte auf einmal eine freundliche Frau einen größeren zylindrisches Glasbecher von rechts herbei, halb gefüllt mit einer klaren, wasserähnlichen, aber zähflüssigeren Substanz, in das ich mich erbrechen konnte. Die Flüssigkeit nahm das Erbrochene auf und schloß sich vollkommen darüber. Was für ein Glück! Ich war wirklich erleichtert.

 

 

 

Mittwoch, 10. April 2013

 

 

 

WIR WERDEN NICHT
WIR WEISEN

 

 

 

Dienstag, 9. April 2013

 

 

 

Am Standstreifen der Autobahn: Eine Taube pickt ungerührt nach Futter. Und ich brause vorbei. Das war, fand ich, sein seltsamer Anblick. Denn die Taube war vollkommen weiß.

 

 

 

Er hat mir seinen Traum von der vergangenen Nacht erzählt:
Er war in dem Kloster am See und lauschte fasziniert, was der Meister seinen Mönchen sagte. Der Meister sprach wieder vom Tanz. Was das Wesen des Tanzes sei. Er sprach:
“Auf dem Gipfel erhebt sich ein Lichtpalast, so wie der Himmel.
In der Mitte des Palastes sitzt in einem Raum aus gleißendem Licht und einem Geflecht von Regenbögen der Lotosgeborene. Er ist von Bewahrern der Erleuchtung und Gottheiten umgeben, die tanzen und mit einer wohlklingenden Stimme singen.
Sie bilden eine herrliche Wolke und wirken in unvorstellbarer Weise zum Wohle der Wesen.”

 

 

 

Das Wasser, das Meer, es hat Feuer gefangen und brennt!

 

 

 

Sonntag, 7. April 2013

 

 

 

Endlich Sonne:

 

Weiße, unendlich zarte, anemonengleiche Blumen blühen überall heraus. Ihre Blütenkelche sind noch geschlossen.

 

 

 

Donnerstag, 4. April 2013

 

 

 

Auf den weiten Äckern am Waldrand: Scharen von Kiebitzen, Staren und Feldlerchen rasten dort seit einigen Tagen offenischtlich unfreiwillig und haben wegen des eisigen Ostwindes ihre Reise in das nördliche Sommerquartier unterbrochen.
Die fast hühnergroßen Kiebitze mit ihrem hübschen Schopf und den grünschillernden Flügeln trotzen dem eiskalten Wind. Sie marschieren, hoch erhobenen Hauptes, dann wieder nach Futter pickend, über mattes, staubiges Braun. Es sind wirklich beeindruckende und faszinierende Vögel. Die Straße in die Stadt führt mitten durch ihr neues vorläufiges Wohngebiet. Halte ich mit meinem Auto vorsichtig am Straßenrand, suchen sie - nach einigen abwägenden Blicken in meine Richtung - flatternd eindrucksvoll, gleich heftig geschwenkten schwarzweißen Flaggen, das Weite.
Der schwirrende Singsang der vielen unsichtbaren Lerchen versetzt einen in Entzücken.

 

 

 

Der Name des Schiffes heute: Maira

 

 

 

Dienstag, 2. April 2013

 

 

 

Er hat mir seinen Traum von der vergangenen Nacht erzählt:
... Die Wärme seiner Wahrheit und seines Mitgefühls zerbricht das taube Gestein, das unser Wesen umgibt, so daß das Gold hervortritt... “

 

 

 

Montag, 1. April 2013

 

 

 

Fundstück
(winzig klein auf dem Fußboden)

 

Ausflug zu den blauen Fenstern von Marc Chagall

 

 

Wenn du jetzt schon
den Tag dein Eigen nennst
erwarte ich 100 Gitter
aus Seide

 

 

 

Glückliche Stunden

 

 

Paar

 

 

 

Sonntag, 31. März 2013

 

 

 

Das Grabmal von Walther von der Vogelweide in der Osternacht. Eine Kerze leuchtet still darauf. Blumen: Rosen und Osterglocken.

 

 

 

Ich träumte: Ein grauer Vogel liegt ausgebreitet da, tot. Er wird zu frischem Brot. Das ich zerschneide, um damit die Vögel zu füttern.

 

 

 

Freitag, 29. März 2013

 

 

 

Rose

bis
intelligenter
Rose
Plötzlich
ist Stille da.

 

 

 

Er hat mir seinen Traum von der vergangenen Nacht erzählt:
“... wie der helle Schein der Sonne und des Mondes zerreißt er die Finternis der Unwissenheit.
Er ist das feste Land, das die Last des Guten und des Bösen gleichermaßen trägt.
Wie Vater und Mutter leibt er alle Wesen gleichermaßen. Als ein großer Strom des Mitgefühls, als ein Berg, der sich über die irdischen Besorgnisse erhebt... “

 

 

 

Heute fließt das Wasser des Baches sprudelnd eigenartig grau, blau und chromdioxidgrün. Schneeflocken tanzen federleicht. Wie faszinierend das Wasser vom seidig braunen Gefieder der badenden Enten wieder zu seinesgleichen perlt. Eisig blank schimmernden Kugeln und anderen seltsamen sich teilenden und wieder vereinigenden organischen Formen aus Bergkristall gleich. Wie Quecksilberflüsse. Die Armee der Erlen steht stoisch steif, trägt üppig und rostrot noch die Früchte des vergangenen Herbstes.

 

 

 

Ich habe von zwei Störchen vor einem glatten weiten Wasser geträumt.

 

 

 

Donnerstag, 28. März 2013

 

 

 

Ein Kreis trifft auf einen zweiten.
Die beiden Kreise berühren sich, sie überschneiden sich schließlich, und diese Überschneidungsfläche bildet auf einmal einen kleinen Fisch, welcher mit dem oberen Schnittpunkt - das ist sein weicher Mund - die Wasseroberfläche von unten her berührt und sie in sanfte Schwingung versetzt.

 

 

 

Dienstag, 26. März 2013

 

 

 

Er hat mir seinen Traum von der vergangenen Nacht erzählt:
“ ...Und der Meister des Klosters erinnerte uns and die Worte des Buddha: Ich habe euch den Weg gewiesen, nun ist es an euch, ihn zu beschreiten. Denn das Ziel eines jeden Schülers ist es, sich selbst zu verwandeln, um die Welt verwandeln zu können... “

 

 

 

Sonntag, 24. März 2013

 

 

 

Über den Atem.

 

 

 

 

 

 

 

 

Samstag, 23. März 2013

 

 

 

Ein großer Weißer tritt zu mir. Was er sagt?: Dunkelheit.

 

 

 

Freitag, 22. März 2013

 

 

 

Der Name des Schiffes heute: Oostwind

 

 

 

Zu den Regenbogen, den ich gestern Abend sah, kommt ein zweiter hinzu.

 

 

 

Sonntag, 17. März 2013

 

 

 

Mitten auf dem Weg: Kleiner Hirsch mit weißem Geweih

In einem Traum ein kleiner brauner Vogel, ob es ein Zaunkünig war?, überrollt, plattgefahren und steifgefroren in einer Reifenspur im Schnee. Sie wollte es nicht wahrhaben, sie erinnerte sich, daß es ja nur ein Traum war, bückte sich und nahm den kleinen Vogel in ihre warmen Handarme. Da bewegte er sich, da wurde er wieder lebendig und flog davon.

 

 

 

Samstag, 16. März 2013

 

 

 

Kristallfisch vor der Dreifaltigkeitsquelle

Spaziergang in den Wald. Zu unserer Überraschung führte der Weg zu einer wunderschönen Quelle. - Manchmal denke ich, daß der Winter heuer niemals ein Ende nehmen wird.

 

 

 

Freitag, 15. März 2013

 

 

 

Ich habe einen berührenden und schönen Film über Flußdelphine auf BR alpha angesehen. Die Flußdelphine sind massiv vom Aussterben bedroht. Sie sind eine erstaunliche Symbiose, eine Freundschaft, zu den Menschen eingegangen, sie helfen den Fischern beim Fischen. Das jüngste Kind der Fischerfamilie, ein Junge, soll später zum Studieren in die Stadt, sagt der Vater. Die ältere Tochter muß dem Vater bei der schweren Arbeit helfen. Sie würde lieber in der Stadt in einem Geschäft arbeiten, sagte sie aber.
Vor einigen Jahren habe ich einmal eindrücklich von Flußdelphinen geträumt. Es ist keine Zeit mehr zu verlieren, das war die Essenz des Traumes.

 

 

 

Und ich? Ich wäre lieber am Fluß bei den Delphinen. Und wenn ich noch Malsachen hätte, dann wäre alles in Ordnung. Heute. Als Teenager habe ich auch anders gedacht.

 

 

 

Schlange

 

 

 

Heute habe ich von einer großen dicken Schlange geträumt.
Da war ein Tisch auf dem stand allerlei zu kaufen. Unter anderen auch ein besonderes Heilmittel, mit Honig, für die Beine. Es leuchtete sonnengelb und sah sehr wohltuend aus und ich bestaunte es verwundert. Das Heilmittel für die Beine schien ein Renner zu sein denn das Behältnis war nur noch halb voll.
In dem Vitrinenschrank daneben befanden sich viele in weiße Schachteln verpackte Medikamente. Eine Frau, welche offensichtlich für den Arzneimittelschrank verantwortlich war, setzte gerade eine bestimmte lebendige Heilpflanze mitten hinein. Diese Arbeit tat sie jeden Tag. Sie arrangierte die lebendige Heilpflanze sorgfältig von oben auf einen penibel sauberen, oval geformten, weißen Porzellanteller zwischen die anderen Arzneimittel.
Da nahm ich plötzlich eine große, dicke, dunkle, erst eingerollte Schlange mit einigen gelben Flecken hinter der Pflanze wahr. Ich sah die Schlange und erschrak. Die Schlange erkannte mich im Gegenzug ebenso und wollte von dem Moment an nichts anderes als nur noch zu mir.
Die Frau erklärte lächelnd, während sie zwanglos auf der Treppe zu meiner Haustüre saß, daß sie die Schlange stets unter ihre Kleidung ließe. Sie demonstrierte mir wie. Dort würde die Schlange an bestimmten Punkten, zum Beispiel oben im Nacken in der Nähe der Schulterblätter, Druck ausüben. Doch ich wußte nicht ob ich das wollte, fürchtete mich und rannte davon. Und die Schlange, die mich sehr mochte und nichts mehr anderes als nur noch zu mir wollte, hinterher.

 

 

 

Donnerstag, 14. März 2013

 

 

 

Ein Herz wird ausgeleert.

 

 

 

Mittwoch, 13. März 2013

 

 

 

Winzig, winzig kleine Blüte

 

 

 

Montag, 11. März 2013

 

 

 

Er hat mir seinen Traum von der vergangenen Nacht erzählt. Er wußte:
Wie der Himmel der Sonne,
die Mutter ihres Kindes,
und der Vogel beider Flügel bedarf,
so bedarf auch die Leerheit eines großen Erbarmens mit allen Wesen.

 

 

 

Freitag, 8. März 2013

 

 

Ein Blumenstrauß wird zu einem Trichter, zu einem Füllhorn, zu einer Nixe...
zur kleinen Meerjungfrau

 

 

 

Dienstag, 5. März 2013

 

 

 

Am Straßenrand inmitten graubrauner kahler Stämme auf einmal ein heller, sonnengelber Fleck, wunderbar zart, Anemonen. Buschwindröschen. Trotz des Frostes und der noch eiskalten Nächte.

 

 

 

Montag, 4. März 2013

 

 

 

Er hat mir seinen Traum von der vergangenen Nacht erzählt, in dem er sich in einem besonderen Tempel in Tibet befand:
Durch die zweite Türe gelangt man in das Allerheilgste des Temples. Eine zeitlose Stille schwebt über den Tausenden von Gläubigen, welche von Kapelle zu Kapelle ziehen, Weihrauch in den Händen, Tränen in den Augen, die Blicke leuchtend von den Flammen der kleinen Lampen. Da hier alle Klänge im Widerhall sind, wird das Gebet niemals unterbrochen. Die von sich selbst befreiten Gedanken sind unermeßlich im Reich des Absoluten.

 

 

 

Samstag, 2. März 2013

 

 

 

Schöner Tag mit Freunden

Spaziergang zur Grotte und zum Aussichtspunkt

 

 

 

 

 

 

Beim Kaffetrinken. Auf dem Schränkchen lag ein Buch: Engel in deinem Haar. Ich dachte: Ja.

 

 

 

Donnerstag, 28. Februar 2013

 

 

 

 

 

 

Er hat mir seinen Traum von der vergangenen Nacht erzählt:
Ein buddhistischer Meister unterrichtete seine Schüler, dabei wies er auf die Worte eines großen Dalai Lama hin, der einmal sagte:
„Das Bedürfnis, Liebe und Zärtlichkeit zu empfangen und zu geben, beweist die gegenseitige Abhängigkeit.
Wenn das Glück nicht von einem anderen abhängen würde, wenn es aus sich selbst existieren würde, hätte die Liebe keinen Sinn.“

 

 

 

Über die zweite Aussage in dem oben erzählten Traum muß ich oft nachdenken.
Existiert denn Freude oder Glück nicht in Wahrheit auch aus sich selbst heraus?
Und hat die Liebe nicht erst recht Sinn, eben weil sie zuerst aus sich selbst heraus existiert?
Oder ist das einfach nur naiv gedacht von mir? Vielleicht muß man erst einmal in der Liebe zu einem “Du”, zu einem anderen Menschen vollkommen aufgegangen sein, um fähig zu werden diese Frage wirklich beantworten zu können.
Denn natürlich sehne ich mich nach einem “Du”, einem Gegenüber, etwas im Außen, selbst wenn dies kein menschliches Wesen sondern ein Tier oder auch der Anblick einer Landschaft ist, mit dem ich beziehungsweise mit der ich in Beziehung treten kann. Einfach die Welt, die mich - uns - umgibt. Jeder Mensch tut das. Braucht das. Das ist lebendig sein.
Mir fiel wieder dieser Satz von den Sufis ein: Ich war ein verborgener Schatz und wollte erkannt werden, darum schuf Ich die Welt.

 

 

 

Dienstag, 26. Februar 2013

 

 

 

Stern der Erde: der See ist ein Speigelbild der Seele.

 

 

 

Montag, 25. Februar 2013

 

 

 

Er hat mir seinen Traum von der vergangenen Nacht erzählt:
Der Weise des Klosters sprach inmitten von Mönchen, Novizen und Kindern, die ihn sehr verehrten.
Er sagte:
“Seid bereit - auch wenn der Tod euch heute noch unverhofft wie ein Blitz treffen sollte, ohne Trauer und Bedauern über das, was ihr zurücklaßt.
Gebt niemals die rechte Anschauung der Wirklichkeit auf und verlaßt dieses Leben wie ein Adler, der sich in die blauen Lüfte schwingt.”

 

 

 

Sonntag, 24. Februar 2013

 

 

 

20130223-2

Bei einer Collage

 

 

 

Er hat mir seinen Traum von der vergangenen Nacht erzählt.
Der Meister des Klosters sagte zu ihm:
„Das Leben vor dem Tod,
das Leben nach dem Tod,
und der Tod selbst -
sehe alle drei als Eines.
Sie sind unvergänglicher Pfad des Lebens,
Pfad der Veränderung und des immerwährenden Wandels.”


Und:
„Die Samen der Vergangenheit sind die Früchte der Zukunft.“

 

 

 

Samstag, 23. Februar 2013

 

 

 

Drinnen: eine Blume

Vor der Haustüre: winzige Fußspuren im Schnee. Ich dachte, vielleich von einer Katze, eine wahrscheinlich frierende Katze war auf der Treppe gesessen und hat Einlaß begehrt. Doch mein Vater sagte, es sei ein Eichhörnchen gewesen. Er hätte es am frühen Morgen gesehen.

 

 

 

Er hat mir seinen Traum von der vergangenen Nacht erzählt und ich habe ihn gemalt

 

 

 

Er saß am Ufer des heiligen Sees auf den Stufen zu einem Kloster. Es war Herbst und stürmte. Die Kräfte der Natur schienen entfesselt. Doch ihm war warm, er hörte die Gebete und Gesänge der Mönche, die Trommeln, ihre Hörner. Er fürchtete sich nicht.
Plötzlich war ein helles weißes Licht über dem See, blendend, heller als die Sonne. In diesem weißen Licht erschien der Berg. Der Berg selbst war das Licht. Es sah ätherisch aus und wunderschön. Da waren auf einmal Pilger in roten Gewändern, sie umrundeten den See zur Kora, wurden immer mehr, immer mehr kamen hinzu, machten sich auf den Weg. Paarweise nebeneinander. Sie glichen bald einer gewaltigen lebendigen Kette, welche den heiligen Berg und den See in Form einer liegenden Acht umschlang.
Plötzlich waren alle Menschen zu Edelsteinen, zu Perlen geworden! Mensch an Mensch, Perle an Perle. Eine riesige wunderschöne Perlenschnur in Form einer liegenden Acht verband nun Berg und See. Es waren Perlen aus Korallen, aus Türkis und aus Bernstein. Jetzt waren beide, Berg und See, für immer untrennbar auf mystische Art miteinander vereinigt.

 

 

 

Freitag, 22. Februar 2013

 

 

 

Türe

Ein lieber Freund hat mich angerufen und mir einen Filmtipp gegeben. Eine französische Reisedokumentation über den heiligen Berg Kailash, welche am Abend gesendet wurde. Währenddessen ich die Dokumentation ansah läutete plötzlich das Telefon. Der Freund war am Apparat. “Kannst du den Film sehen?”, fragte er mich, “Bei mir läuft ein Hockeyspiel!” Ich antwortete: “Aber ja, er ist wunderschön.”

Der Manasarovar See (vom Fernseher abfotografiert)

 

 

 

Er hat mir seinen Traum von der vergangenen Nacht erzählt.
Er befand sich wieder in dem tibetischen Kloster.
Der Meister des Klosters sagte zu ihm:
“Unsere Handlungen sind unser Besitz, unser Erbe und der Mutterschoß, der gebiert.”

 

 

 

Donnerstag, 21. Februar 2013

 

 

 

Er hat mir seinen Traum von der vergangenen Nacht erzählt.
Im Traum befand er sich in einem tibetischen Kloster. Erst war alles verschwommen. Er hörte die Gesänge der Mönche, die Trommeln, die Hörner.
Auf einmal aber wandte sich der orange gekleidete hohe Lama des Klosters zu ihm um und sagte:

„Seien wir immer Boot, Floß, Fähre oder Brücke... -
Wie die Erde und die anderen Elemente
den Wesen im unendlichen Raum dienen,
so mögen wir ebenfalls in jeder Weise den Wesen nützlich sein,
welche den Raum bevölkern,
solange bis alle erlöst sind.“

 

 

 

Mittwoch, 20. Februar 2013

 

 

 

Die Schöne leuchtet,
hat sich entfaltet:

 

 

 

Er hat mir seinen Traum der vergangenen Nacht erzählt.
In dem Traum erklärte ein buddhistischer Mönch in einem tibetischen Kloster seinen jungen Mönchzöglingen heilige rituelle Tänze und Gesänge. Schließlich wandte dieser sich mit einem Lächeln zum Träumenden hin, der sich nämlich über die Ausführungen wunderte, und erklärte:

“Der Tanz muß aus der Leerheit entspringen,
frei sein von jeglichen Anhaftungen,
so wie sich ein Regenbogen in den Himmel malt. -
Die Geste des Tanzes ist wie ein Spiegelbild der Erleuchtung.”

 

 


Das ist wunderschön, nicht wahr?

 

Tröstung des Schmetterlingkindes

 

 

 

Die Fensterläden sind geschlossen, der rechte Laden ist dunkelrot und der linke braun. Doch aus dem Spalt in der Mitte ragt ein blühender Zweig nach draußen.
Vielleicht ist der erstaunliche Bewohner des Hauses ein Baum?

 

 

 

Dienstag, 19. Februar 2013

 

 

 

Hast Du einmal die purpurbunten Wiesenkleeblumen zum Trocknen zwischen die leeren weißen Seiten des Büchleins gelegt? Ich öffnete es - sie fielen mir entgegen.

 

 

 

Sonntag, 17. Februar 2013

 

 

 

Er hat mir seinen Traum von der vergangenen Nacht erzählt.
Jetzt war er aufgebrochen den heiligen Berg zu umrunden. Doch der Berg war in dichtem Nebel gehüllt und nicht zu sehen. Am Dölma La-Paß lichteten sich aber plötzlich der Nebel und der Kailash zeigte sich ihm. Auf dem Berg befanden sich zehn oder zwölf Mönche, welche ihm lächelnd zuwinkten! Nach Hause. Sie trugen gelbe, rote und grüne Kopfbedeckungen. Und auf einmal flogen all die Gebestfahnen, welche er mitgebracht hatte und mit denen seine drei Yaks beladen waren, zu dem heiligen Berg hinauf!

 

 

 

Samstag, 16. Februar 2013

 

 

 

Heilige Hand

 

 

 

Donnerstag, 14. Februar 2013

 

 

 

Er hat mir seinen Traum von der vergangenen Nacht erzählt.
An der Basisstation. Bereit zum Aufbruch. Bereit zum Aufbruch den Berg zu umrunden. Und da war er wieder, in einiger Entfernung, sein treuer Begleiter, der herrenlose Hund mit dem hellen Fell. Nun wußte er, daß ihm auf seiner Reise nichts geschehen würde.
Er belud seine drei Yaks mit Decken. Die Geschirre waren mit Glöckchen und Quasten versehen. Die Glöckchen klingelten leise freudig, sangen eine wunderschöne Melodie.
Gleich würde er als Pilger aufbrechen, alleine. Die Yaks waren bereits unruhig und nervös und scharrten mit ihren Hufen. Komm, komm, komm, die Stunde des Aufbruchs ist da. Etwas Besonderes liegt vor Dir. Dies ist der erste Schritt!

 

 

 

Mittwoch, 13. Februar 2013

 

 

 

Er hat mir seinen Traum von der vergangenen Nacht erzählt.
Der Traum handelte vom heiligen Berg Kailash. Daß er ihn noch einmal umrundet.
Er trug tibetische Kleidung. Ein Yakfell. Schnüre waren um seine Füße gewickelt. An den Händen riesige Fellfäustlinge. Und der Hund war plötzlich wieder da! Sein Freund. Wenn der Hund in der Nähe war, dann ist alles in Ordnung, dann geht alles gut.
Viele Mönche befanden sich ebenfalls auf Pilgerschaft. Er unterhielt sich mit ihnen in ihrer Sprache.
Auf dem Dölma La-Paß war ein heftiger Sturm. Doch plötzich zeigte sich die Sonne!
Und der Berg leuchtete wie Licht, wie eine Tempelkuppel. Heller als die Sonne.
Weißes Licht.
Das Gefühl, daß er sich nur noch voller Ehrfurcht, Ergriffenheit und Dankbarkeit verneigen könne. Der Berg erschien ihm so nahe, daß er glaubte er könne ihn mit Händen greifen und gleichzeitig hatte er das Gefühl, sich einer unnahbaren, unberührbaren, ätherischen Erscheinung gegenüber zu befinden. Jenseits des irdischen Bereichs, jenseits aller materillen Wirklichkeit.
Auf einmal wußte er, was der Berg in Wahrheit war, nämlich ein himmlischer Tempel mit einer Kuppel aus Kristall. Seine Kuppel war ein Diamant. Eine Verbindung mit dem Unviersum.
Als sei er nach Hause gekommen.
Während des Absteigs erwachte er.

 

 

 

Dienstag, 12. Februar 2013

 

 

 

Elfengrotte

Vor den dunklen Tannen im Schneetreiben wippend und nickend versammelt: die Sonnenblumen vom vergangenen Jahr

Waldspaziergang zu den Holzsammlern

Der kleine König ist erschienen

 

 

 

Sonntag, 10. Februar 2013

 

 

 

Und dann folge ich immer dem Sinn der Stimme, sagte er.
Dem Sinn der Stimme der Stille?

 

 

 

Ein Rosenstock blüht im Winter, mitten im Schnee. Oben, bei der Mutter. Es sind genau drei Blüten an drei Strünken.

 

 

 

Samstag, 9. Februar 2013

 

 

 

Fujara "Keby ja bol vedel"

 

 

 

Feldforschungen: “ ...ich gieße es wieder dorhtin zurück”

 

 

 

So schön, daß einem die Worte fehlen.

 

 

 

 

 

 

An der Pinnwand ganz oben rechts: Ein kleines quadratisches, dunkel gehaltenes, rahmenloses, in Öl gemaltes Bild von einer kleinen honigfarbenen Kerze, die still brennt.
Es ist nicht mehr viel Zeit.

 

 

 

Auf der breiten Straße: Auf einmal werden die Straßenlampen, es sind schwarze Autoreifen, eingeschaltet, und es wird hell. Sie werden plötzlich zu ovalen, goldenen Lichteiern

 

 

 

Donnerstag, 7. Februar 2013

 

 

 

Die Liebe ist zu einem Apfel geworden.
Den ich sehr mag.

 

 

 

Dienstag, 5. Februar 2013

 

 

 

Der Name des Schiffes heute: Magic

 

 

 

Sonntag, 3. Februar 2013

 

 

 

Der Wind verabschiedete uns, fuhr plötzlich heftig in den alten Baum vor dem Haus, aus dem wir gerade getreten waren. Der Weg durch den Garten war von Windlichtern und Kerzen erleuchtet, geschmückt mit getrockneten Zweigen, schönen Steinen. Bunten holländischen Holzschuhen.

 

 

 

Eine weiße Seelrose, in deren Mitte eine kleine Flamme brennt

 

 

 

Samstag, 3. Febraur 2013

 

 

 

In der Mitte des kleinen Tisches wuchsein Baum, ein Bonsai, aus einer flachen Schale. Umrahmt von vier Vögeln. Mir ist das erst zwei Tage später aufgefallen, obwohl ich die ganze Zeit hingesehen habe.

 

 

 

Sonntag, 27. Januar 2013

 

 

 

oben:

Detail der Stuckdecke der kleinen Kapelle: Sequenzen des Guten Hirten, in der Mitte der Pelikan, der seine drei Jungen nährt.
Unten auf dem Boden, aufgeschlagen, riesig, schwer, das Buch der Offenbarung. Zeugt und mahnt auch vom Schmerz und Leid der letzten 2000 Jahre. Daneben steht ein großes klingendes Tongefäß gleich einer bauchigen Vase. Gebrannt in der Asche 1000 Jahre alten Holzes. Mit einem weichen Klöppel kann jeder selbst dagegen schlagen.
Der Ton klingt tief, weich und warm. - Oder ist es ein Schwan?

 

 

 

Samstag, 26. Januar 2013

 

 

 

Schöner Winterwald


Im blauen Licht des Vollmonds flüsterte der Wind zwischen reifschweren Zweigen, sie bewegten sich auf und ab, wie von unsichtbarer Hand berührt. Weite Ebene. Riesenhafte Steine.

 

 

 

 

 

 

 

Donnerstag, 24. Januar 2013

 

 

 

Goldener Faden

Als wäre der Faden gerissen. Ich dachte: jetzt ist er es. Und jetzt kommt nichts mehr. Er ist es nicht. Die Wahrheit ist, das weiß ich jetzt aus sicherer Quelle, er reißt niemals.

 

 

 

Mittwoch, 23. Januar 2013

 

 

 

Schnitt mir eine Scheibe ab. Wollte sie jemand geben. Fütterte ihn damit. Der es dankbar verzehrte.

 

 

 

Samstag, 19. Januar 2013

 

 

Mein lieber Yoda

 

 

 

Abends scheint der Schnee blau.

 

 

Aus dem schönen Buch Haiku & Haiga, Augenblicke in Wort und Bild: Ich zitiere: “Der Dichter (Nakagawa Otsuyu - Bakurin) wünscht sich, daß die Frauen in ihrer von der Gesellshaft auferlegten Rolle nicht so leiden sollten, sich nicht so nachgiebig zeigen sollten: kitto sasete, “Ich möchte sie stark, aufrecht sein lassen.””

 

YANAGI
WEIDE

 

Kitto sasete
mitai hi mo ari
yanagi kana

 

Es gibt auch Tage,
da wünscht’ ich mir die Weide
nicht so nachgiebig!

Otsuyu (1675-1739)

 

 

 

Freitag, 18. Januar 2013

 

 

 

 

 

Mittwoch, 16. Januar 2013

 

 

 

Lotoslächeln, mit etwas traurigen Augen

 

 

 

Dienstag, 15. Janaur 2013

 

 

 

Lotoslächeln
Herzlängen berühren deinen Mund

 

 

 

In dem klaren und unergründlich tiefen Wasser eines Dorfbrunnens schwimmt still ein einzelner Goldfisch

 

 

 

Montag, 14. Januar 2013

 

 

 

Heute, der Tag, endete mit einem sehr traurigen und schmerzlich unersetzlichen Verlust.
Ich wünschte, ich hätte einmal mehr auf meine innere Stimme gehört und mich nicht von eigentlich Unwichtigem ablenken lassen. Manches kann man wohl nicht ändern, so sehr man es sich auch wünscht.

 

 

 

Sonntag, 13. Januar 2013

 

 

 

Mit einem goldenen Band umwickelt, zusammen mit einem Olivenbaumzweig aus Jerusalem: Kochrezepte in den Farben des Regenbogens. Mein nachträgliches, unerwartetes Weihnachtsgeschenk. Wie sanft die runde Glaskugel schimmert. Mit der kleinen Winterwelt darin. Ohne die Rezepte mit Fisch und mit Fleisch. Das sind die lilafarbenen und dunkelblauen Seiten. Diese Rezepte kocht er nämlich selbst.

 

 

 

“Solche Dinge geschehen manchmal”, sagte er.

 

 

Ein großer Regenbogenfisch am Morgenhimmel. Im Osten. Knapp über dem Horizont. Ist es ein kleiner Hai mit aufgerissenem Maul? Der ruft: Gleich freß ich Dich! Du schaust so lecker aus. Ein Schwertfisch? Ein Delfin?
Und dabei regnete es doch gar nicht.
In der Nacht hatte es bei klarem Sternenhimmel und Minus fünf Grad gereift und der Himmel klirrte jetzt fast distanziert in einem frischen Türkisblau.
Ich saß warm und wollig auf dem Sofa ausgebreitet. Mit Blick durch die Glastüre in diese sonnendurchflutete, eisige Sonntagmorgenweite.
Bis auf die kleine S-förmige Wolke im Osten eben. Und die leuchtet plötzlich wie ein Regenbogen!
Zuerst war da nur ein schimmernder gelber Fleck von dem ich annahm, er sei die Sonne. Ich reckte meinen Kopf ein wenig. Die Sonne stand tatsächlich aber schon zwei Handbreit weiter rechts im Süden, nahe über dem Abhang. Zu dem sich - nach einer Weile - Orange gesellte, das sich nach und nach dunkler und dunkler mit sanftem Rot verbreiterte. Und auf einmal erschien, links von dem Gelb, kaum wahrnehmbares Grün, weiter daneben, jetzt kräftiger: hellblau, königsblau und violett.

 

 

 

Freitag, 11. Januar 2013

 

Mensch in einem Ei, schlafend

 

 

Mensch, erwache!

 

 

 

(...)

ACH, da wir Hülfe von Menschen erharrten: stiegen
Engel latulos mit einem Schritte hinüber
über das liegende Herz

 

<MANDELBÄUME IN BLÜTE>

UNENDICH staun ich euch an, ihr Seligen, euer Benehmen,
wie ihr die schwindliche Zier traget in ewigem Sinn.
Ach wers verstünde zu blühn: dem wär das Herz über alle
schwachen Gefahren hinaus und in der großen getrost.

 

Beide Fragmente von Rainer Maria Rilke

 

 

 

Ultramarin

Heute war der Himmel blau gestreift. Von Norden nach Süden. Gleich dem mittleren, blauen Teil deines Regenbogens. Von hell leuchtendem Türkis zu einem unglaublich starken Ultramarin.
Es hatte wohl etwas mit den Wolken zu tun. Mit der Form der Wolken, vermutete ich. Die Wolken bildeten fluffige Furchen. Der Himmel war ein Acker. Von einem Ende des Horizonts zum andern umgepflügt.
Und sie waren blau.
Dunkelblau! Violettblau wogte es. Perlnachtblau. Die Wellen zerflossen an ihrer Oberkante in das Türkis des offenen Himmels. Und zwischen den tiefblauen Wogen gleißte manchmal weißgelbes Licht heraus, als würde es sie an der Stelle verglüht haben. Von einer Sonne, die scheinbar überall stand, überall war, nicht nur ganz flach da hinten im Süden. Wie besonders! Wie außergewöhnlich! Ich habe noch nie solche Wolken gesehen.
Vielleicht der Wetterwechsel. Es verspricht kalt zu werden.

 

 

 

Hunger nach mehr. Beim Lesen. Beim Schreiben. Nach was?
Nach was genau? Nach diesem bestimmten Geschmack. Nach diesem Etwas, das so unscheinbar daher kommt. Kaum wahrnehmbar ist es. Verhüllt. Und doch auch offenbar. Es nährt. Es nährt. Ja was? Das innere Wesen? Nach diesem... nach diesem Einen.
Resonanz.

 

 

 

Montag, 7. Januar 2013

 

 

 

Den Traum. Nahe hin
treten und tragen können.

 

 

 

Sonntag, 6. Januar 2013

 

 

 

Im Traum hielt und nährte ich eine verletzte Schwalbe an meiner linken Brust. Über dem Herzen. Sie war so zart und so klein. Und so verletzt. Unter dem hellen Stoff des dünnen Pullovers. Ich machte mir große Sorgen. Hoffentlich schafft sie es. Wenn sie geheilt war würde ich sie wieder in die Freiheit entlassen.
Doch ich befand mich auf einem Schiff. Ich befand mich bereits im Süden.
Würde sie dort auch Gefährten ihrer Art finden oder sollte ich sie lieber erst in ihre Heimat zurückbringen?

 

 

 

Freitag, 4. Januar 2013

 

 

Eine goldene Seele ist aus dem Sternenhimmel einer Moschee herab gewachsen

 

 

 

Dienstag, 1. Januar 2013

 

 

 

Ich habe einen Film über die Wüste angesehen. Über die Wüsten Amerikas. Der alte Navajo-Indianer sagte schlicht, als er mit dem Filmemacher auf dem Gipfelplateau eines Heilgen Berges des Stammes gestanden war und sie beide über das weite glühende Land geblickt haben: Die Aufgabe ihres Volkes sei die vier Elemente zu hüten und zu bewahren. Feuer, Wasser, Erde, Luft.

 

Der Rosmarin blüht.

 

 

 

Ein Flügel erst.
Gut Nacht mein Herz.

 

 

 

 

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